Das primäre Ziel der Medien ist heutzutage das Infotainment anstatt ihre Rolle als "Vierte Gewalt" zu erfüllen. Zu diesem Ergebnis kommt eine transnationale Studie, die von der ungarischen Kurt-Lewin-Stiftung durchgeführt wurde. Ziel der Studie war die Untersuchung der medialen Darstellung von Migranten und ethnischen Minderheiten in Österreich, der Slowakei, Tschechien und Ungarn.
Im Gegensatz zu früheren Forschungen kam die Studiengruppe unter der Leitung von György Ligeti zu dem Schluss, dass die untersuchten Medien weniger Vorurteile in ihrer Berichterstattung enthalten. Allerdings würden sie auch einen Mangel an gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein oder einem ethischen Kodex aufweisen, so das Fazit.
Trotz der Unterschiede in den vier untersuchten Ländern bei der Medienstruktur und im Verhältnis zu Migranten oder Minderheiten, gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten. In den drei postkommunistischen Staaten ist der Fokus der Medien auf die Minderheit der Sinti und Roma gerichtet, wohingegen in Österreich vor allem Migranten im Mittelpunkt stehen. Die Untersuchung wurde zusätzlich um das Feld Antisemitismus erweitert. In Österreich waren hier weder offene noch latente antisemitische Tendenzen feststellbar. Allerdings hat es in ungarischen Medien Andeutungen dieser Art gegeben.