Medienkonsum bleibt Wachstumsmarkt

Schweizer Presse - "Blick", "SoBli" und "Tagi" am meisten verkauft.

Die Medien sind nach wie vor ein starker Wachstumsmarkt in der Schweiz. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 11,3 Milliarden Franken für die Mediennutzung ausgegeben. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 6,6 Prozent. Privatpersonen investierten 2007 rund 10,9 Milliarden Franken in Medien. Die Ausgaben pro Haushalt stiegen damit im Vergleich zum Vorjahr um 139 auf 3276 Franken. Weitere 400 Millionen Franken gaben Firmen für Medien aus, wie aus der vierten Studie "Medienbudget Schweiz" des Verbandes Schweizer Presse hervorgeht.

Besonders gefragt sind bei den Schweizern nach wie vor redaktionell aufbereitete Inhalte, so genannte Contents. Ingesamt wurden dafür im vergangenen Jahr 6,2 Milliarden Franken ausgegeben. Das sind 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aufwendungen für PC-Hardware und Empfangsgeräte stiegen um 13,5 Prozent auf 3,5 Milliarden. Für Zugangswege zu Medien (Gebühren, Kabelnetze und Breitband-Verbindungen) wurden 1,6 Milliarden Franken (+ 5,1 Prozent) bezahlt.

Die Presse ist weiterhin der grösste Inhaltsproduzent der Schweiz. Mit 1,8 Milliarden betragen die Ausgaben rund ein Drittel des gesamten Content-Budgets. Der Rückgang von 3,1 Prozent sei "nicht signifikant", betonte der Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument. Trotz vieler neuer Gratisangebote habe sich die bezahlte Presse bestens behaupten können. Die Leute seien weiterhin bereit, sich attraktive Inhalte auch etwas kosten zu lassen.

Tagespresse, regionale Wochenblätter und Sonntagszeitungen büssten insgesamt 4,4 Prozent Abonnenten ein. Zulegen konnte einzig die Sonntagspresse um 0,9 Prozent. Die Wirtschaftspresse verlor 7,6 Prozent Abonnenten. Die drei meistverkauften Zeitungen waren wie im Vorjahr "Blick", "SonntagsBlick" und "Tages-Anzeiger". Bei der Publikums-, Finanz- und Wirtschaftspresse belegten "Beobachter", "Schweizer Illustrierte" und "Schweizer Familie" die ersten drei Ränge.

Gewinner des Jahres 2007 waren Internet und Telekommunikation. Die Ausgaben für Inhalte stiegen gesamthaft um 24,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken. Die Ausgaben für Hardware, Geräte und Zugänge (Access) kletterten um 12,1 Prozent auf 2,2 Milliarden. Franken. Rund 5,8 Millionen oder 77 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer nutzten im vergangenen Jahr das Internet. 93 Prozent surften von zu Hause aus, 45 Prozent am Arbeitsplatz.

Radio und Fernsehen sind mit zusammen 1,3 Milliarden Franken der zweitgrösste Ausgabenposten mit steigender Tendenz. Investiert wird vor allem in das Digitalfernsehen. 2007 wurden 108 000 Set-Top-Boxen für den Empfang von digitalem Fernsehen verkauft. Die Umsätze mit Büchern stiegen im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 812 Millionen Franken. Ein schlechtes Jahr erlebten dagegen die Kinos: Sie verzeichneten über 15 Prozent weniger Besucher und die Einnahmen sanken um 15,8 Prozent auf 208 Millionen Franken. (sda)