Medienmacher müssen sich auf untreuen Menschen einstellen

Peter Hartmeier - Die MAZ-Podiums-Rede des Tagi-Chefredaktors.

Anlässlich eines Podiums des MAZ hat Peter Hartmeier, Chefredaktor Tages-Anzeiger, im KKL Luzern in seiner Rede gefragt: "Können alte Medien in der neuen digitalisierten Welt überleben?" Seine Antwort: "Ja. Und wie?!"

Für Hartmeier besteht das Medienorchester aus Print, Online, Radio, TV und Live-Auftritten. "Nur jene Medienmacher sind erfolgreich, welche die gesamte Klaviatur zu spielen verstehen. Vor allem aber dürfen sie sich nicht als Missionare, sondern als Medien-Dienstleister verstehen." Ein Mediendienstleister muss für Harmeier "echte News" klug interpretieren, Erklärungen zu komplizierten Sachverhalten liefern. Das sei wichtiger denn je.

Die Menschen surfen laut Hartnmeier mit Leichtigkeit zwischen den Medienangeboten. "Wir Medienmacher haben uns auf diesen untreuen und wissensdurstigen Menschen einzustellen: Wenn uns diese Anpassung gelingt, werden auch in 20 Jahren noch Zeitungen gedruckt, während gleichzeitig Online eine grosse und entscheidende Rolle spielt."

Die Macht einzelner Zeitungen sei zwar relativeirt worden, aber die grosse Mehrheit der Menschen erwarte Tag für Tag eine in vernünftiger Zeit zu bewältigende Übersicht über die Chronik der laufenden Ereignisse durch die Zeitung. "Das ist die Chance der Zeitung", so der Tagi-Chefredaktor. Die Frage nach dem Verhältnis von "alten Medien" zu "neuen Medien" sei rasch beantwortet: "Die Medien werden nebeneinander bestehen und sich ergänzen."