Drei der grössten New Yorker Medienzaren buhlen um das US-amerikanische Nachrichtenblatt "Newsday". Wie die New York Times unter Berufung auf beteiligte Personen heute, Freitag, berichtet, sind Rupert Murdoch, Vorstandsvorsitzender der News Corporation und Besitzer der New York Post, Mortimer Zuckerman, Inhaber der "Daily News", und James Dolan, Präsident und CEO von Kabelfernsehbetreiber Cablevision, an einer Übernahme der Zeitung interessiert. Das zur Tribune Company gehörende Blatt dürfte hauptsächlich aufgrund der hohen Werbeeinnahmen für eine Akquisition in Frage kommen.
Die Titel der Tribune Company, wozu neben anderen die "Chicago Tribune", die "Los Angeles Times" oder der "Orlando Sentinel" gehören, verlieren an Werbeerlösen schneller als die gesamte US-Werbeindustrie, was nicht zuletzt auf die speziell in Kalifornien und Florida angeschlagenen Immobilienmärkte zurückzuführen ist. Lediglich "Newsday" bringe akzeptable Einnahmen und gehöre wohl zu den lukrativeren Zeitungen des Medienkonzerns. Dabei profitiert das Blatt von seinem wohlhabenden Zielgebiet bei New York City. Ein Kaufpreis zu der Akquisition ist derzeit nicht bekannt, Analysten schätzen den Marktwert von Newsday aber auf 350 bis 400 Mio. Dollar. Noch vor fünf Jahren wurde die Zeitung mit bis zu einer Mrd. Dollar bewertet.
Der Verkaufsprozess gestaltet sich in Form einer sogenannten "soft auction", in der eine bestimmte Anzahl von Käufern in Frage kommt und verschiedene Arten von Deals möglich sind. Rupert Murdoch schlägt beispielsweise ein Joint Venture zwischen der Post und Newsday vor, in dem der Back-Office-Betrieb der beiden Zeitungen kombiniert wird. Dadurch könne eine gewisse Kosteneffizienz gewährleistet werden. Im letzten Jahr brachen die Gewinne der Tribune Company auf 86,9 Mio. Dollar, verglichen mit 594 Mio. Dollar aus dem Jahr davor, ein. Mit einer täglichen Auflage von 387'000 Exemplaren liegt das Blatt in den USA auf Platz zehn, führt jedoch die Reichweitenliste von Zeitungen in Vorstadtgebieten an. Die Titel der Interessenten weisen mit 681.000 Stück der Daily News (Platz fünf) bzw. 667.000 Exemplare der Post (Platz sechs) eine wesentlich höhere Auflagenstärke auf. (pte)