Ende März musste AP Schweiz ihren Betrieb einstellen, seither ist die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) hierzulande die einzige Nachrichtenagentur. Nun ist sie mit einer Qualitätsumfrage an ihre Kunden gelangt - wie jedes Jahr. Nur sind die Fragen diesmal um einiges grundsätzlicher und tiefgreifender. "Darf und soll die SDA in der Romandie und im Tessin mehr sparen und somit diese Regionen weniger mit Geldern aus der Deutschschweiz quersubventionieren?" ist etwa in der Onlineumfrage, die seit Mitte März aufgeschaltet ist, zu lesen. Interessant zu wissen: Die SDA verfügt heute über 70 Journalisten in der Deutschschweiz, 50 in der Romandie und 20 im Tessin.
Einige andere Fragen sind übrigens nicht minder brisant: "Soll die SDA unter dem Titel der Presseförderung Mittel erhalten?", ist etwa zu lesen. Und präziser: "Soll die ganze SDA oder nur ein Basisdienst als Service Public gefördert werden?" Zudem will die SDA wissen, wo sie "zuerst sparen soll", falls sie beispielsweise aus der Presseförderung kein zusätzliches Geld erhält. Die SDA selber schlägt dann vor, dass sie sich "aus den Regionen zurückziehen und auf Kooperationsmodelle mit regionalen Medienunternehmen vor Ort setzen" könnte, etwa indem diese dann "Inhalte in Agenturform über die jeweilige Region liefern".
Angesprochen auf diesen stark medienpolitisch gefärbten Fragekatalog sagte SDA-Chefredaktor Bernard Maissen, dass er keineswegs an der Mehrsprachigkeit der SDA rütteln wolle. Er rechne vielmehr damit, dass sich die Mehrheit der Befragten hinter das bisherige Agentur-Modell stelle. "Letztlich muss die SDA aber machen, was ihre Kunden wollen", fügte er an. Der Fragebogen entstand übrigens zusammen mit der Arbeitsgruppe SDA, eine Gruppe aus Zeitungs-Chefredaktoren, die sich im Auftrag des Verlegerverbandes Gedanken zur SDA-Zukunft machen. Deren Vorsitz hat Philipp Landmark, Chefredaktor des "St. Galler Tablatts". (Text: Markus Knöpfli)