Einige Dutzend Medienschaffende haben sich am Mittwoch auf dem Berner Waisenhausplatz versammelt, um nach dem Attentat auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" von letzter Woche ein weiteres Mal ein Zeichen für die Pressefreiheit zu setzen.
Zu der stillen Gedenkveranstaltung hatten unter anderem die Journalistenverbände Impressum und Syndicom aufgerufen. Viele Anwesende trugen kleine Plakate mit der mittlerweile weltweit zu einem Symbol gewordenen Aufschrift "Je suis Charlie" bei sich.
Bereits letzten Mittwoch, nur wenige Stunden nach dem Attentat, hatten sich in verschiedenen Schweizer Städten hunderte Medienschaffende zu spontanen Gedenkkundgebungen zusammengefunden. Auf dem Berner Bundesplatz fanden sich damals etwa 200 Personen zusammen.
Zwei islamistische Attentäter hatten vor einer Woche einen Anschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris verübt, bei dem insgesamt zwölf Menschen getötet.
Das Blutbad löste weltweit riesige Betroffenheit aus. Am vergangenen Sonntag gingen allein in Frankreich über drei Millionen Menschen auf die Strasse und solidarisierten sich mit den Opfern. Allein in Paris nahmen rund anderthalb Millionen Menschen an der Kundgebung teil.
Am Mittwoch erschien die jüngste Ausgabe von "Charlie Hebdo", gestaltet von den noch lebenden Zeitungsmachern. Die Grossauflage war vielerorts innert Minuten ausverkauft.
Das Titelbild zeigt erneut eine Mohammed-Zeichnung. Über ihr steht in grossen Buchstaben "Tout est pardonné" (Alles ist vergeben). Nach den Glaubensvorstellungen von Muslimen sollen weder Gott noch Mohammed bildlich dargestellt werden.
Frühere, zum Teil sehr derbe Mohammed-Karikaturen von "Charlie Hebdo" gelten als Hintergrund des Terrorangriffs auf die Redaktion.
Die Terrororganisation Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) hat sich am Mittwoch zum Angriff auf die Redaktion bekannt. Der Anschlag sei eine Rache für die Beleidigung des Propheten Mohammed, erklärte die im Jemen ansässige Gruppe in einem Internetvideo.
Die beiden islamistischen Terroristen Chérif und Saïd Kouachi hatten laut Augenzeugen bei der Tat angegeben, im Auftrag von AQAP zu handeln. Der Ältere der beiden soll in einem jemenitischen Ausbildungslager von Al-Kaida gewesen sein. (sda)
Medienschaffende setzen Zeichen in Bern
Angriff auf Charlie Hebdo - Weitere Aktion für die Pressefreiheit.