Die TX Group hat im ersten Halbjahr 2025 deutlich weniger umgesetzt und markant weniger verdient. Insbesondere für die Medien bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Die Gruppe will schon bald ein Aktienrückkaufprogramm starten.
In den ersten sechs Monaten ging der Umsatz der für die Medienmarken 20 Minuten oder Tages-Anzeiger sowie für die Marktplätze Ricardo oder Homegate und die Stellenplattform Jobs bekannten Gruppe um 7,5 Prozent auf 426,6 Millionen Franken zurück. Dabei weisen alle Segmente rückläufige Umsatzzahlen aus. Am stärksten war das Minus bei 20 Minuten mit gut 21 Prozent auf noch 38,8 Millionen.
Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT verminderte sich um gut 70 Prozent auf 7,0 Millionen Franken, wie TX am Dienstag in einer Mitteilung schreibt. Die Marge beträgt damit noch 1,6 Prozent nach 5,1 Prozent im Vorjahr. Neben dem Umsatzrückgang hätten Einmaleffekte das Ergebnis zusätzlich belastet: So sei bei 20 Minuten eine Sozialplanrückstellung in Höhe von 5,3 Millionen gebildet und bei Goldbach Neo eine Rückstellung über 4,8 Millionen für einen verlustbringenden Vermarktungsvertrag verbucht worden.
Das von den TX-Verantwortlichen in den Vordergrund gestellte bereinigte Betriebsergebnis ging denn auch etwas weniger stark – um 31,9 Prozent auf 38,5 Millionen – zurück. Sowohl 20 Minuten wie auch der Bereich Group & Ventures erzielten ein negatives bereinigtes Betriebsergebnis.
Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 4,2 Millionen nach 24,5 Millionen. Hier belastete zusätzlich ein deutlich tieferes Finanzergebnis.
«Das erste Halbjahr verlief unter unseren Erwartungen», lässt sich Verleger und VR-Präsident Pietro Supino zitieren. Die strukturellen Herausforderungen im Mediengeschäft hätten sich in einem schwierigen Marktumfeld weiter verschärft. An der Analystenkonferenz erklärte Supino: «Auf der Medienseite entsprechen die Ergebnisse nicht unseren Erwartungen.» Dennoch zeigte er sich zuversichtlich: «Wir sind überzeugt, dass wir die Margenziele erreichen können, die vor zwei Jahren angekündigt wurden – 20 Minuten und Goldbach sollten die Margenziele nächstes Jahr und das folgende Jahr 2027 erreichen.»
Trotz der schwächeren Zahlen betonte Supino: «Wenn wir unsere Ergebnisse auf Cash-Flow-Basis betrachten – und das ist das, was mich am meisten interessiert –, ist es zumindest mehr oder weniger auf dem Niveau des Vorjahres.»
Arbeiten für SMG IPO im Plan
Weiterhin sehr gut laufen die in der Swiss Marketplace Group (SMG) zusammengefassten Online-Marktplätze. Das starke Umsatzwachstum habe sich fortgesetzt und die Margen seien weiter verbessert worden. Die Vorbereitungen für den angestrebten Börsengang der SMG würden planmässig verlaufen. Ziel bleibe es, das Unternehmen optimal auf den Schritt an die Börse vorzubereiten und damit langfristiges Wachstum sowie strategische Flexibilität zu ermöglichen, schreibt die TX Group.
Chief Portfolio Officer Daniel Mönch bestätigte an der Analystenkonferenz: «Seit der Gründung 2021 wurde immer klar kommuniziert, dass die Aktionäre beabsichtigen, SMG an die Börse zu bringen. Das bleibt unverändert und alle Aktionäre sind dem IPO-Weg verpflichtet.»
JobCloud, die zweite grosse Beteiligung im Segment TX Markets, spüre die konjunkturellen Unsicherheiten, welche sich negativ auf den Stellenmarkt auswirkten.
Aktienrückkaufprogramm über drei Jahre
Die TX Gruppe will in den nächsten Wochen mit dem Rückkauf eigener Aktien beginnen. Über die nächsten drei Jahre sollen eigene Aktien im Umfang von bis zu einem mittleren einstelligen Prozentsatz des ausstehenden Aktienkapitals zurückgekauft werden. Ziel sei eine effiziente Kapitalverwendung bzw. Mittelrückführung an die Aktionärinnen und Aktionäre.
Supino begründete das Programm: «Wir haben Überschussliquidität, die wir unserer Meinung nach an unsere Aktionäre zurückgeben sollten, solange wir keine besseren Investitionsideen haben. Es zeigt das Vertrauen, das wir in das Potenzial unserer Gruppe haben.»
Gleichzeitig stellte Supino klar: «Es ist nicht unsere Absicht, das Unternehmen zu privatisieren. Wir denken, es ist zum Vorteil unserer Aktivitäten, im Rahmen einer börsenkotierten Gesellschaft zu sein.» Seine Familie habe «keine Absichten, Aktien zu verkaufen, weil sie auch überzeugt ist, dass das Potenzial der Gruppe da ist».
Zur strategischen Ausrichtung erklärte Supino: «Wir sehen unsere Gruppe auf zwei Säulen stehend: einerseits die Marktplatz-Geschäfte einschliesslich digitaler Rekrutierung, andererseits die Medien.» Bei den Medien sei das Ziel, «eine nachhaltige Basis für den Journalismus in der Zukunft zu rekonstruieren».
COO Tanja zu Waldeck ergänzte zu 20 Minuten: «20 Minuten hat einen Vorsprung in seine rein digitale Zukunft genommen und entschieden, sein Printprodukt Ende des Jahres einzustellen.»
Auf einen konkreten Ausblick auf das Gesamtjahr verzichtet das TX-Management wie gewohnt. (awp/sda/nil/cbe)