Leicht verfügbare Kredite, hohe Aktienbewertungen und stabile Märkte erleichtern Medien-und Unterhaltungsunternehmen zurzeit die Umsetzung ihrer strategischen Wachstums- und Übernahmepläne. Gemäss einer Studie des Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young) sehen die weltweit befragten Führungskräfte in der Branche die Zukunft sehr positiv.
Der Bericht zeigt, dass 64 Prozent der Führungskräfte glauben, dass es mit der Weltwirtschaft weiter aufwärts geht, verglichen mit 59 Prozent vor einem Jahr. Sie sind zudem zuversichtlicher, Übernahmen abzuschliessen (33 Prozent verglichen mit 23 Prozent im Vorjahr).
Das Vertrauen der Befragten in die Verfügbarkeit von Krediten und Finanzierungen ist auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Dies gibt den Unternehmen ein solide Plattform, um Deals abzuwickeln. 51 Prozent der Führungskräfte von Medien- und Unterhaltungsunternehmen wollen Übernahmen hauptsächlich über die Aufnahme von Schulden finanzieren. Das sind mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr; ein klares Zeichen für das Vertrauen der Branche in die Zukunft.
Fragen zur Entwicklung der Arbeitswelt werden wichtiger
Befragt zu den Trends mit grossen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit bewerteten die Führungskräfte wie im Vorjahr die Digitalisierung erneut als zentral. Nur noch knapp auf dem zweiten Platz liegen Fragen zur Entwicklung der Arbeitswelt in der Medienbranche.
"Die erhöhte Verfügbarkeit von Krediten und das wachsende Vertrauen in die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren zeigt, dass viele Firmen Akquisitionen jetzt sehr rasch abschliessen wollen", wird Martin Gröli (Bild unten), Media & Entertainment Sector Leader bei EY Schweiz, in der Mitteilung zitiert.
Die zunehmende Digitalisierung der Medieninhalte und die Multiplikation der Kanäle lasse, so Gröli, den Werbekuchen in immer kleinere Stücke zerfallen. Hierin sieht der Experte ebenfalls einen Grund für zunehmende M&A-Aktivitäten.
Neben Übernahmen bleiben Innovationen wichtig
Gröli mahnt die Unternehmen zu raschem Handeln: "Sobald weniger Assets auf dem Markt sind, werden die Bewertungslücken rasch wieder wachsen und Übernahmen ins Geld gehen." Zudem sei es für den langfristigen Erfolg von Medienunternehmen wichtig, nicht nur auf Übernahmen zu vertrauen, sondern auch selbst innovativ zu sein sowie Kooperationen einzugehen. "Die Branche braucht neue Ideen und technische Lösungen, um die Produktion von Inhalten weiter finanzieren zu können", so Gröli in der Mitteilung.
Die Studie ist Teil des seit zehn Jahren erhobenen Capital Confidence Barometer von EY und basiert auf einer Befragung von Führungskräften aus grossen Medien- und Unterhaltungsunternehmen auf der ganzen Welt. Sie misst das Vertrauen in die Wirtschaft, identifiziert Themen aus den Chefetagen und bietet einen Einblick in die Entwicklungsagenden der Unternehmen. (pd)
Hier finden Sie die Studie als PDF: