Der Entwurf der neuen SRG-Konzession, der sich zurzeit in der Vernehmlassung befindet, gibt weiter zu reden. ProSieben und Sat.1 Schweiz monierten in einem Communiqué, dass die neue Konzession für die SRG eine starke Ausweitung des kommerziellen Angebots vorsieht.
Einerseits solle das Werbe- und Sponsoringverbot für SFinfo in der neuen Konzession fallengelassen werden. Andererseits bekomme die SRG einen Testkanal für HD-TV (hochauflösendes Fernsehen), welcher ebenfalls nicht mit einem Werbe- und Sponsoringverbot belegt werde. "Der Entwurf der neuen Konzession stärkt die SRG erheblich", halten die beiden Sender fest.
'Geben Sie Freiheit Sire!'
Für Arbus -- Vereinigung für kritische Mediennutzung, enthält der Entwurf der neuen Konzession hingegen zu wenige Freiheiten für die SRG. Es sei dem Arbus wichtig, dass es trotz übermächtigen ausländischen Werbefenstern und Satellitenprogrammen überhaupt noch verschiedene, konkurrenzfähige Angebote aus der Schweiz gebe. Nur die SRG sei dank ihrer Stellung zu solchen Angeboten in der Lage.
Die Beschränkungen und Verbote für die Online-Aktivitäten im Konzessionsentwurf sind nach Meinung des Arbus reichlich antiquiert und die Beschränkung auf "programmbegleitende Elemente" verrate mangelnde Kenntnis der täglichen Medienarbeit sowie der geschäftspolitischen Erfordernisse, um eine konkurrenzfähige SRG zu erhalten.
Darum fordert Arbus in einer Stellungnahme: "Man kann dem Bakom hier nur mit Don Carlos sagen: 'Geben Sie Freiheit, Sire!'." Arbus plädiert für einen möglichst grosszügigen Abbau von Bewilligungspflichten der SRG gegenüber dem Bakom und anderen Behörden und für einen möglichst grossen journalistischen und unternehmerischen Freiraum der SRG.
Die Konsumentinnen und Konsumenten hätten als Gebührenzahlende auch Anspruch auf Service Public-Angebote auf den neuen Verbreitungswegen, die sie benützen. Ergo müsse die SRG in die Lage versetzt werden, diese auch herzustellen und zu verbreiten.