«Mein erstes Konzert gab ich vor dem Samichlaus»

Hugo Bigi - 20 Jahre TeleZüri und gleichzeitig 20 Jahre Groovethis: Ist das ein Zufall? Mit einer rauschenden Party will Hugo Bigi am Freitag den runden Geburtstag seiner Band feiern. Im Interview erzählt der Groovethis-Frontmann, Hochschuldozent und TeleZüri-Moderator unter anderem, wie er seine Leidenschaft zur Musik entdeckte.

Herr Bigi, Ihre Band Groovethis besteht seit 20 Jahren, ist also gleich alt wie TeleZüri, bei dem Sie seit Anfang dabei sind. Ist dies Zufall?
Purer Zufall. Die Musik wurde mir durch meinen Vater in die Wiege gelegt. Sie war immer da, überlebt alles. Auch TeleZüri.

Warum haben Sie die Band damals gegründet?
Aus Lust und Leidenschaft. Das Ziel war, einfach gute Musik zu machen – ohne kommerziellen Druck.

Wieviele Konzerte haben Sie bislang gegeben?
Mein erstes Konzert gab ich vor dem Samichlaus, als ich vier war. Mit der Band Groovethis sind es zwischen 150 und 200.

Sie haben momentan 10 Mitglieder. Gab es seit 1994 viele Wechsel?
Die Frauen kamen und gingen. Der harte Kern ist seit Anfang zusammen. Wie bei den Rolling Stones. Ausser dass keiner von uns leblos auf dem Boden eines Schwimmbeckens gefunden wurde und unser Gitarrist einiges besser aussieht als Keith Richards.

Wie lässt sich das Leben als Hochschuldozent, Journalist und Musiker vereinbaren?
Journalist bin ich heute aus freien Stücken, Musiker war ich schon immer. Meine Hauptbühne jedoch ist die Hochschule. Der Backstage-Bereich – meine Kommunikationsfirma - wird von meiner Frau Kim gemanagt.

Hat es in Ihrer Band nur Akademiker und Journalisten?
Drei haben den Doktortitel, zwei sind vollamtliche Journalisten, einige machen beruflich Musik. Die aussermusikalischen Zutaten sind der reinste Zufall.

Welche musikalische Richtung bevorzugen Sie?
Ich persönlich höre und spiele am liebsten Klaviermusik von Mozart, Beethoven oder Chopin. Wobei ich beim Spielen dieser Meisterwerke schneller an meine Grenzen komme als beim Hören.

Welches war der Höhepunkt in Ihrer Musikkarriere?
Der Auftritt am Zürcher Silvesterzauber 2002. Wir spielten openair am Bürkliplatz. Kaum war das offizielle Feuerwerk verglüht, liessen wir es auf der Bühne so richtig krachen. Tausende drängten sich auf den Platz, wippten und schwankten in ihren Moonboots. Das war Woodstock.

Und welches der absolute Tiefpunkt?
Einmal spielten wir in Sargans. Da waren auf der Bühne mehr Leute als im Publikum. Das fand ich härter als damals mit vier vor dem Samichlaus aufzutreten.

Wie feiern Sie das Jubiläum?
Wir schmeissen eine Party mit Freunden und unseren Familien, ohne deren Verständnis für lange Nächte und verrauchte Klamotten, wir die 20 Jahre als Band wohl kaum überlebt hätten.

Interview: Matthias Ackeret, Bild: Screenshot groovethis.ch