Nach der Ermordung des Journalisten Pawel Scheremet mit einer Autobombe haben internationale Menschenrechtsorganisationen von der Ukraine eine schnelle und völlige Aufklärung der Tat gefordert.
Ihren Worten müsse die Führung in Kiew nun Taten folgen lassen, sagte Rachel Denber von Human Rights Watch (HRW) am Donnerstag in der ukrainischen Hauptstadt. Die Organisation Amnesty International (AI) nannte den Mord einen Schlag gegen die Meinungsfreiheit in der Ex-Sowjetrepublik. Ihr Sprecher Denis Kriwoschejew forderte eine unabhängige Untersuchung.
Der Sprengsatz in Scheremets Wagen war am Mittwoch im Zentrum von Kiew explodiert, als der 44-jährige Journalist des einflussreichen Internetportals "Ukrainskaja Prawda" (UP) zur Arbeit fahren wollte.
Der ukrainische Geheimdienst SBU prüfe sechs mögliche Motive, teilte der SBU-Berater Juri Tandit mit. "Eine der Hauptversionen ist der Versuch, die Lage im Inneren der Ukraine zu destabilisieren", sagte er örtlichen Medien zufolge.
Ebenso in Betracht gezogen werde, dass der Anschlag möglicherweise der UP-Besitzerin Aljona Pritula gegolten habe, an deren Auto die Bombe wohl platziert war. Als Motiv kämen auch persönliche Feindschaft oder die journalistische Tätigkeit des Opfers infrage. Scheremet soll an diesem Samstag in der weissrussischen Hauptstadt Minsk beigesetzt werden, seinem Geburtsort. (sda)