Michael Fleischhacker als Kopf von BMW

NZZ.at - Der Chefredaktor führt in einem Werbevideo des Autoherstellers durch die Redaktion von NZZ.at. Mittlerweile ist der Film vom Netz.

von Michèle Widmer

Ein Tag im Leben von Michael Fleischhacker: Für BMW öffnet der NZZ.at-Chefredaktor die Türen zu seinem Zuhause und zur Redaktion in der Wiener Innenstadt. Er ist einer von «vier spannenden Köpfen», die in der Serie «Stories of Life» ihre Erfahrungen mit dem BMW i3 öffentlich teilen.

Herzstück der Zusammenarbeit mit dem Autohersteller ist ein knapp zweiminütiger Film, der Fleischhacker privat mit seinen Kindern sowie in seiner Rolle als NZZ.at-Chefredaktor bei einer Redaktionssitzung zeigt. Er sagt darin Dinge wie: «Ich bin tendenziell gegen alles, ausser es ist gut. Und der ist gut.»

Wenige Stunden nachdem es am Dienstag auf Twitter zum Thema wurde, führte der Youtube-Link ins Leere. «Der Auftritt entspricht nicht der offiziellen NZZ-Policy. Das Mutterhaus in Zürich hätte dieses Video nicht genehmigt», erklärt Sprecherin Myriam Käser auf Anfrage von persoenlich.com. Fleischhacker habe das Video selbst nie freigegeben und die Agentur daher gebeten, den Film sowie seine Beiträge vom Netz zu nehmen. 

«Situation falsch eingeschätzt»

Fleischhacker habe die Situation schlicht falsch eingeschätzt, so Käser weiter. In der Sache gab es ihren Aussagen zufolge kein Honorar oder Vergünstigungen irgendwelcher Art. Auch bestehe in diesem Zusammenhang keinerlei geschäftliche Verbindung zwischen BMW und NZZ.at.

BMW scheint sich sehr für Köpfe aus der Medienbranche zu interessieren. Anfang Februar veröffentlichte der Autohersteller eine Beilage und interviewte darin Ringier-Kommunikationschef Edi Estermann. Dafür posierte dieser am Zürichhorn vor einem BMW 750i (persoenlich.com berichtete).

Allerdings macht es einen Unterschied, ob ein Kommunikationschef oder eben ein Chefredaktor eines auf Unabhängigkeit bedachten Traditionsmediums in eine solche Rolle schlüpft.

Bild: zVg.