Miriam Meckel fordert ein neues Schulfach

Medienkompetenz - Vom Schuleintritt bis zur Matura.

Die Kommunikationsprofessorin der Universität St. Gallen, Miriam Meckel, kritisiert im Interview mit dem "Sonntag" die Internet-Giganten Google und Facebook. Durch die zunehmende Personalisierung der Suche gewinne Google Macht über die Menschen: "Die Macht, unsere Entscheidungsfindung zu beeinflussen."

Problematischer als Google sei aber Facebook: "Mit Facebook habe ich mehr Schwierigkeiten. Die sind viel intransparenter als Google." Facebook werde Schritt für Schritt zu einer Lebensplattform: "Es gibt junge Menschen, die fast alles über Facebook erledigen: Sie mailen, sie unterhalten sich, sie hören Musik, sie schauen Filme über Facebook. Wenn ich von Facebook aus auf eine andere Website wechsle - dann bleibe ich mit Facebook verbunden, und alles wird bei Facebook abgespeichert. Das wissen viele Nutzer nicht." Es sei höchste Zeit für ein Schulfach. Dieses könne z.B. "Medienkompetenz" oder "Leben im digitalen Zeitalter" heissen. Dieses Fach sei ab Schuleintritt nötig: "Wenn Sie sich anschauen, wie Kinder mit der Technik umgehen, wäre das vom Beginn des Schuleintritts an bis zur Matura ein durchgehendes Thema, jeweils mit anderen Swcherpunkten", sagt Meckel. Die Professorin wurde am Freitag von der Universität mit dem "Communication Impact Award" ausgezeichnet für ihr Forschungsprojekt "Digital Serendipity". (Sonntag)