Eine Wirtschaftsjournalistin des Tages-Anzeiger hat sich mit einem Artikel über den ehemaligen Unaxis-Grossaktionär Mirko Kovats nicht der Ehrverletzung schuldig gemacht. Der österreichische Unternehmer ist vor Bundesgericht abgeblitzt.
Am 22. April 2005 war im Tages-Anzeiger ein Artikel zum Kampf um die Übernahme des Technologiekonzerns Unaxis AG erschienen. In dem Text hinterfragte die Journalistin die Absichten von Mirko Kovats für die von ihm angestrebte Beteiligung. So wurde geäussert, dass für Analysten kaum erklärbar sei, wie die Österreicher Kovats und Ronny Pecik ihre Investition mit einer industriellen Lösung amortisieren wollten. Es werde befürchtet, "dass Kovats die Kriegskasse (der Unaxis) an den Aktionären vorbei in sein eigenes Portemonnaie schmuggeln" wolle.
Kovats zeigte die Journalistin für diesen Satz wegen Ehrverletzung an. Das Bezirksgericht Zürich und das Obergericht sprachen sie jedoch frei. Das Bundesgericht hat Kovats Beschwerde nun abgewiesen. Laut den Lausanner Richtern bringt die fragliche Passage lediglich die Befürchtung zum Ausdruck, dass Kovats nicht ein unternehmerisches Interesse verfolgen könnte, sondern spekulative Absichten zur Erlangung eines grösstmöglichen persönlichen Profits.
Noch offen ist, wie die Sache zivilrechtlich ausgeht. Die Zivilkammer des Obergerichts war vor drei Monaten zum Schluss gekommen, dass der Artikel die Persönlichkeit von Kovats "widerrechtlich verletzt" habe. Sein berufliches und gesellschaftliches Ansehen werde durch den Text beeinträchtigt.