Der Umsatz 2009 der Südostschweiz Medien sank um 5,1 Millionen Franken oder 3,8 Prozent auf 127 Millionen Franken (Vorjahr: 132 Millionen Franken). Das Unternehmen schloss mit einem Unternehmensgewinn von 300 000 Franken ab, vor einem Jahr betrug dieser noch 4,1 Millionen Franken und für das Jahr 2007 immerhin 1,2 Millionen Franken. Trotzdem zeigt sich Verleger Hanspeter Lebrument "sehr zufrieden". "Wir haben die Krise relativ gut überstanden", meinte er auf Anfrage.
Gemäss Pressemitteilung blieb auch die Churer Mediengruppe nicht von den sinkenden Anzeigeneinnahmen verschont. Das spürte vor allem die Südostschweiz Presse und Print AG und die Südostschweiz Publicitas AG, die zusammen einen um 3.4 Millionen Franken tieferen EBITDA auswiesen als noch 2008. Die Südostschweiz am Sonntag, die siebte Ausgabe der Tageszeitung Südostschweiz, bezeichnet Lebrument hingegen als "Glücksfall", obwohl sie punkto Reichweite bei 106 000 Lesern stagniert. "Sie ist von den sieben Zeitungsausgaben, die wir wöchentlich haben, jene mit dem stärkste Anzeigenaufkommen", sagt er.
Die Südostschweiz Medien haben seit drei Jahren mit rund 1000 Voll- und Teilzeit-Arbeitsverhältnissen Beschäftigung halten können. Zwar gingen einige Arbeitsplätze, etwa im Druckbereich, verloren, meist konnten sie aber durch neu geschaffene Stellen im Bereich der digitalen Welt kompensiert werden. "Das Geld, das wir am einen Ort einsparen, investieren wir wieder in neue, meist digitale Projekte", erklärt Lebrument seine "kostenneutrale" Sparpolitik.
Dieses Jahr wird aber die Mediengruppe wie schon früher angekündigt noch einmal zwei Millionen Franken einsparen. Dies auch längerfristig, indem das Unternehmen die Wochenarbeitszeit von 40 auf 42 Stunden erhöht, aber auch, indem es den Angestellten die Hälfte der Krankentaggeldversicherung überwälzt. Es sei sein Ziel, die Lohnsumme der Gruppe nicht stärker als die Teuerung ansteigen zu lassen, kommentiert der Verleger.
2009 stand bei der Südostschweiz Medien auch im Zeichen der Vorbereitungsarbeit für ein neues Medienhaus in Chur. Dieses soll vor allem der Medienkonvergenz also der Zusammenarbeit von Print, Online, Radio und Fernsehen dienen und voraussichtlich Mitte 2012 bezogen werden. Dafür wird die Mediengruppe nach Schätzung ihres Verlegers etwa 25 bis 30 Millionen Franken investieren.
Das Druckgeschäft fokussierte in den letzten zwei Jahren mit den Schliessungen der Filialen Samedan, Arosa, Maienfeld und Bonaduz stark auf Chur. Neu in die Südostschweiz Medien integriert wurden die Terra Grischuna, eine Beteiligung an der ergo use swiss AG und ein Medizinzeitschriftenverlag mit rund 26 Mitarbeitenden. Aufgelöst wurde die Beteiligung am nationalen Online-Netz "News 1".
(Text: Markus Knöpfli)