"Mit jeder neuen Ausgabe beginnen wir bei Null!"

"Zürich geht aus" - Die Zürcher Gastrobibel "Zürich geht aus" feiert einen runden Geburtstag – und zwar den zehnten. Vorgestellt werden 210 neu getestete Restaurants in der Grossregion Zürich. Als Chefredaktor und Geschäftsführer amtet Wolfram Meister, der früher auch einmal den "Blick" leitete. Gegenüber persoenlich.com erklärt er den Erfolg seines Mediums, welches es regelmässig in die Bestsellerlisten schafft.

Herr Meister, "Zürich geht aus" erscheint dieses Jahr bereits zum zehnten Mal. Was ist das Erfolgsgeheimnis Ihrer Publikation?
Die noch junge Erfolgsgeschichte von "Zürich geht aus" basiert auf zwei wesentlichen Pfeilern: Arbeit und Kompetenz. Für das jährlich erscheinende Magazin legt sich ein aufgeschlossenenes und unvoreingenommenes Team von Testern mächtig ins Zeug. Immer auf der Suche nach neuen Restaurant-Adressen, gleichzeitig überprüfend, ob die guten und bekannten Lokale noch immer gleich gut sind wie beim letzten Besuch. Dabei ist wichtig zu wissen: Mit jeder neuen Ausgabe beginnen wir ganz von vorn, bei Null. Keine einzige Zeile, kein einziger Text wird vom "Zürich geht aus"-Heft des Vorjahres übernommen. Das bedeutet: Alle, wirklich alle Restaurants sind neu von unseren Testern anonym besucht und beurteilt worden. Wir publizieren ausschliessich empfehlenswerte Restaurants. Vielleicht liegt darin, um auf Ihre Frage zurückzukommen, das Erfolgsgeheimnis. Wir sind keine Oberlehrer, die mit erhobenem Zeigefinger auf irgendwelche Fehler hinweisen, vielmehr sind wir den Genüssen des Lebens zugeneigte Menschen, die mit Leidenschaft und Begeisterung ihre Geheimtipps verraten. Ob gemütliche Beiz oder Feinschmeckerlokal, ob einfacher Italiener oder Restaurant im Grünen.

Ist in der Jubiläumsausgabe etwas speziell?
Im Gegensatz zu den bekannten roten Büchern, die sich vornehmlich mit Spitzenrestaurants auseinandersetzen, gewissermassen von oben nach unten denken, beschäftigt sich "Zürich geht aus" mit der ganzen Bandbreite gastronomischer Betriebe. Wir denken in Sparten, haben Restaurants unterschiedlichster Ausrichtung insgesamt 20 Kategorien zugeordnet. Diese Listen sind überschrieben mit "Zürcher Trendsetter", "Gut und bürgerlich", "Japans hohe Schule der Kochkunst" oder "Tische direkt am See". Eine neue Kategorie haben wir in der Jubiläumsausgabe mit "Schnell und gut" eingeführt. Darin finden sich empfehlenswerte Stände und Lokale, bei denen Feines zum Mitnehmen oder zum Dortessen angeboten wird. Wir wollen auch jenen Menschen etwas bieten, die mittags nicht mehr die Zeit haben, gemütlich zu Tisch zu sitzen.

Von wem stammt eigentlich die Magazin-Idee?
Ursprünglich kommt sie aus Deutschland. Respektive aus Mallorca. Wir haben auf der Insel vor vielen Jahren ein ähnlich ausgerichtetes Magazin gesehen. Herausgeber von "Zürich geht aus" ist Gourmedia, ein unabhängiger Schweizer Verlag. Wir publizieren fünf jährlich erscheinende Magazine: "Zürich geht aus", "Basel geht aus", "Graubünden geht aus", "Tessin geht aus" sowie "Zürich kauft ein", einen Shopping-Führer mit 300 ausgesuchten, empfehlenswerten Geschäften.

Sind weitere Magazine geplant?
Wir können uns ein "Basel kauft ein" sehr gut vorstellen. Eine weitere Möglichkeit wäre allenfalls ein "Bern geht aus".

Ihre Werbekunden stammen hauptsächlich aus der Gastrobranche. Gibt es diesbezüglich keine redaktionellen Abhängigkeiten?
Da muss ich Ihnen widersprechen. Wir haben zwar Inserate aus der Branche, doch das Gros der Anzeigen ist es nicht. Zu unseren Kunden zählen VW und Crédit Suisse, Bulthaup, Bucherer oder die Cornèr Bank. Anzeigen, die beispielsweise in einem Magazin wie der "Bilanz" zu finden sind. Mit dem kleinen Unterschied, dass wir sicher mehr Leser haben. Was die erwähnte "Abhängigkeit" angeht: Weder der Verlag noch Anzeigenkunden haben Einfluss auf die Auswahl oder Aufnahme eines Restaurants in unserem Magazin. Darüber entscheidet alleine die Redaktion. Völlig unabhängig, möglichst objektiv und immer fair.

Wie läuft die Auswahl der Restaurants ab?
Wir halten es ähnlich wie ein feiner Buchverlag, dessen Slogan lautet: "Wir drucken nur Bücher, die wir selbst lesen möchten." In gleichem Sinne empfiehlt "Zürich geht aus" nur Restaurants, die wir selber gerne besuchen. Im "Zürich geht aus 2014/2015" sind es insgesamt 210 Restaurants. Neu aufgenommen wurden 84 Lokale. Das heisst selbstverständlich auch: Etliche Restaurants sind nicht mehr dabei. Grundsätzlich gibt es eine Liste mit besuchenswerten Restaurants, an der täglich gearbeitet wird, Änderungen vorgenommen werden. Für Zürich und Umgebung genauso wie für Basel mit Elsass und Südbaden oder das Bündnerland und das Tessin. Ein Restaurant-Index bildet übrigens den Abschluss in jedem Heft. Da finden sich die Adressen und Telefonnummern aller Restaurants des jeweiligen Gebietes. Rot hervorgehoben sind die im Magazin beschriebenen Lokale. 

Wieviele Gastrokritiker sind im Einsatz?
Das ist unterschiedlich, von Heft zu Heft. Meist sind es um die 20 Tester.

Was unternehmen die Restaurants jeweils, damit Sie bei Ihnen erscheinen können?
Wir werden laufend über Veränderungen und Neuigkeiten informiert. Auch von einzelnen Restaurants. Aber wie gesagt: Über die Aufnahme, ob ein Lokal beschrieben wird, entscheidet alleine die Redaktion. Der einzige Weg, wie man sicher ins Heft gelangt, ist die Schaltung einer Anzeige.

Gäste an der Lancierungs-Party im Zürcher Belvoirpark

Wer belegt im neuen "Zürich geht aus" die Spitzenränge?
In der Topliste der "Zürcher Trendsetter" liegt das sympathische "Maison Manesse" von Chefkoch Fabian Spiquel und Gastgeber Miguel Ledesma auf Platz 1. Vor dem "Razzia", "George", "Neo" und "Allegro". An der Spitze unserer Topliste "Gemütliche Beizen für Geniesser" steht der "Hardhof". Vor der "Schützengasse", den "Drei Stuben", dem "Schlüssel" und der "Alpenrose". Und "Caduff’s Wineloft" rangiert in der Topliste "Genuss pur in den Quartieren" auf Platz 1. Vor dem "Sankt Meinrad", dem "Camino", "Stefs Freieck" und dem "Café Boy". Aber alles wollen wir ja nicht verraten. Das knapp 300 Seiten starke Magazin gibts ab dieser Woche am Kiosk und in ausgewählten Buchhandlungen. Es kann auch über www.gehtaus.ch bestellt werden.

Wieviel kostet ein Exemplar?
"Zürich geht aus" kostet 24.50 Franken. Unsere Magazine haben alle den gleichen Preis.

Gibt es auch eine App?
Ja, "Zürich geht aus" gibt es auch als App und als E-Paper.

Fragen: Matthias Ackeret, Bilder: zVg.