Aus Protest gegen die redaktionelle Politik des Ringier-Verlags haben 35 der 120 Redaktoren der rumänischen Tageszeitung Evenimentul Zilei gekündigt. Sie befürchten, dass Ringier das Blatt in eine unpolitische Boulevardzeitung verwandeln wolle. Ringier habe sich geweigert, die Beibehaltung der redaktionellen Linie des Blattes schriftlich zu garantieren, erklärte die Gruppe am Mittwoch in Bukarest. Zuvor war Chefredaktor Dan Turturica entlassen worden.
Ringier habe leider feststellen müssen, dass Turturica die Massnahmen zur Verbesserung in der Redaktion nicht umgesetzt habe, begründete der Chef von Ringier Rumänien, Thomas Landolt, die Entlassung gegenüber der Nachrichtenagentur sda. "Wir haben immer klar kommunizert, was wir wollen, nämlich Evenimentul Zilei zur Nummer eins Referenzzeitung in Rumänien zu machen", sagte Landolt. Dazu hätten sie bereits im Mai letzten Jahres zusammen mit der Redaktionsspitze die Ziele festgelegt und die nötigen Verbesserungen vereinbart, um die Zeitung "attraktiver zu machen".
Die 35 Redaktoren seien mit der Auswechslung des Chefredaktors nicht einverstanden gewesen und hätten ihre Kündigung eingereicht, nachdem Ringier den Entscheid nicht rückgängig machen wollte. "Wir lassen uns von unserem Ziel nicht abbringen", sagte Landolt.