15.11.2012

"Weltwoche"

Mörgeli zu Frank A. Meyer

"Wie hoch sind Ihre Spesen bei Ringier?"

Christoph Mörgeli widmet sich in seiner aktuellen "Weltwoche“-Kolumne einem wiederkehrenden Motiv: Frank A. Meyer. 2007 bezichtigte Mörgeli Meyer in seiner Kolumne des Gebrauchs von "Nazivokabular". Der "Ringier-Grandseigneur" liess von der Ehrverletzungsklage damals nur ab, weil Mörgelis parlamentarische Immunität nicht aufgehoben wurde. In der jüngsten Kolumne fordert Mörgeli von Meyer den "automatischen Informationsaustausch".

Auch diesmal mokiert sich Mörgeli über Meyers Terminologie in seiner letzten "Sonntagsblick"-Kolumne und nimmt Anstoss an Wörtern wie "Dunkelkammer", "Generationen Schwarzgeld", "Geldhändler". Letztere würden in der Schweiz zu Tausenden um ihren Job zittern, wie Mörgeli empathisch und mit Vorwurf an die Adresse Meyers schreibt. Vollends unzufrieden ist Mörgeli aber mit Meyers Konklusion im "Sonntagsblick": "Wir benötigen den automatischen Informationsaustausch." Diesen gebe es, wie Mörgeli schreibt, bislang noch nicht einmal in der EU und der OECD. Mörgeli, der erklärte Gegner des "gläsernen Bürgers", fordert von Meyer nun "konsequenterweise" ebenfalls den automatischen Informationsaustausch und begründet: "Wer meyersche Ansprüche an die Moral stellt, muss die Moral zuerst bei Meyer herstellen."

Mörgelis Fragekatalog zum automatischen Informationsaustausch ist dabei nicht ganz untendentiös: "Wie viel verdienen eigentlich Sie, Herr Meyer? Wie hoch sind Ihre Spesen bei Ringier? Wann legen Sie Ihre Steuerausweise und Ihre Bankauszüge in Deutschland wie in der Schweiz offen? Wie hoch ist der Preis Ihrer Residenzen in Berlin und in Kilchberg? Wer bezahlt sie, und wo werden sie steuerlich abgezogen? Wie viele hunderttausend kostete pro Jahr allein Ihre Sutie im Berner Luxushotel Bellevue?"

Selbst will Mörgeli mit gutem Beispiel vorangehen und legt seine angeblich 6797.70 Franken Netto offen. Was Meyer anbelangt, so schliesst er: "Erhalten wir Antworten, ist Meyer ein Vorbild. Erhalten wir keine, ist er’s auch. Aber ein Abschreckendes." (bn)


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