Kurt Westergaard hat den M100-Medien-Preis in Potsdam entgegen genommen. Der dänische Karikaturist wird für sein unbeugsames Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit ausgezeichnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte in ihrer Rede deren Bedeutung für eine freiheitliche Demokratie. "Wir Deutschen erinnern uns in diesen Monaten an die Überwindung der SED-Diktatur und die Wiedervereinigung unseres Landes vor 20 Jahren. Wir wissen noch, was Unfreiheit bedeutet und sollten deshalb nie vergessen, wie wertvoll Freiheit ist", sagte die Kanzlerin.
Westergaard hatte eine der zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed gezeichnet. Diese Karikatur erschien am 30. September 2005 unter der Überschrift "Das Gesicht Mohammeds" in der dänischen Tageszeitung "Jyllands-Posten". Die Darstellungen lösten einen internationalen Streit um Meinungsfreiheit und gewalttätige Demonstrationen von Muslimen in der ganzen Welt aus. Sie fühlen sich von den Abbildungen beleidigt. Muslimen sind bildliche Darstellungen Mohammeds verboten.
Der M100-Beirat würdigte mit dem Preis nicht nur Westergaards Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit. Auch sein Mut, zu diesen demokratischen Werten zu stehen und sie trotz Gewalt- und Todesdrohungen zu verteidigen, sei anzuerkennen. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland kritisierte die Auszeichnung. Generalsekretär Aiman Mazyek erklärte die Auszeichnung Westergaards im Deutschlandradio Kultur für "hochproblematisch". Die Brisanz des Preises ist auch den Auszeichnenden bekannt. Das Sicherheitsaufgebot rund um das M100 Sanssouci Colloquium war daher entsprechend hoch. Seit 2005 lädt das M100 internationale Chefredakteure und Medienmacher zum Dialog in die historischen Schlösser und Gärten von Potsdam ein. Das diesjährige Thema lautete "Pressefreiheit in Europa". (sda)