Monika Bolliger hat gekündigt

Neue Zürcher Zeitung - Die 35-jährige Nahost-Expertin will sich während einer Auszeit einem Buchprojekt widmen. Darum verlässt sie die NZZ. Christian Weisflog übernimmt ihre Nachfolge.

von Edith Hollenstein

Mit einem letzten grossen Artikel, einer politischen Analyse zum Nahen Osten, verabschiedet sich Monika Bolliger (bol.) als Korrespondentin der NZZ von ihrem 100-Prozent-Posten in Beirut. 

«Dank ihrem Engagement, ihren hervorragenden Sprachkenntnissen und ihrer Sachkompetenz kam sie jeweils besonders nahe an die viel zu oft von Krieg, Autoritarismus und Armut geplagten Menschen heran. Sie vermochte damit ein eigenständiges, authentisches und vielschichtiges Bild von der Region mit ihren vielen Facetten und Widersprüchen zu vermitteln», heisst es in einer Abschiedsnotiz auf nzz.ch.

Bolliger wird nun eine Auszeit nehmen. Sie habe eine Idee für ein Buchprojekt und wolle anschliessend entscheiden wie es weitergeht, so die 35-Jährige gegenüber persoenlich.com. «Ich brauche nach sieben Jahren Nahostberichterstattung etwas Abstand von den Nachrichten dieser Region. Ein Sabbatical zu arrangieren war seitens der NZZ nicht möglich. Bis mein Nachfolger kommt, gibt es vorerst eine Übergangslösung», so Bolliger.

Sie trat 2011 in die NZZ-Auslandredaktion ein und hat seit 2012 von Jerusalem, Kairo und zuletzt von Beirut aus über die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung im Nahen Osten berichtet. Laut dem Impressum berichtete sie ab 2016 aus Beirut.

Monika Bolliger wird bis Ende Jahr interimistisch durch Inga Rogg vertreten. Dies schreibt die NZZ-Medienstelle auf Anfrage von persoenlich.com. Rogg decke bereits jetzt für die NZZ und «NZZ am Sonntag» die Türkei und teilweise den Nahen Osten von Istanbul aus ab. Ab Januar 2019 werde Christian Weisflog die Nachfolge von Monika Bolliger als Nahost-Korrespondent mit Sitz in Beirut antreten. Weisflog ist derzeit Nahost-Redaktor bei der NZZ in Zürich.