In Dänemark sind drei aus Nordafrika stammende Männer festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei sollen sie einen Anschlag gegen einen der zwölf Zeichner geplant haben, deren Karikaturen 2005 in der islamischen Welt eine Protestwelle ausgelöst hatten.
Wie der Geheimdienst PET am Dienstag in Kopenhagen mitteilte, wurden die drei Männer bei einer Razzia am frühen Dienstagmorgen in Århus wegen Vorbereitung eines "terroristischen Mordanschlags" festgenommen. Weiter hiess es, zur Verhinderung der Tat sei man "in einem sehr frühen Stadium" eingeschritten.
Dänemarks grösste Zeitung "Jyllands-Posten" hatte die Karikaturen mit Darstellungen des Propheten im September 2005 veröffentlicht. Bei Protesten in muslimischen Ländern gegen die Verletzung des im Islam geltenden Abbildungsverbotes für Mohammed starben vier Monate später mehr als 150 Menschen. Mehrere dänische Botschaften wurden von wütenden Demonstranten attackiert und teilweise in Brand gesetzt.
Ziel des Mordplanes war der 73-jährige Zeichner Kurt Westergaard. Er hatte Mohammed als finsteren, vollbärtigen Mann mit einer Bombe samt glimmender Zündschnur im Turban gezeichnet. "Jyllands-Posten" begründete die Karikaturen unter anderem damit, dass sich auch Muslime daran gewöhnen müssten, wie alle anderen in der Gesellschaft "verspottet und lächerlich gemacht zu werden".
Westergaard und seine Frau Gitte standen bereits in den vergangenen drei Monaten unter starkem Polizeischutz, nachdem sie Morddrohungen erhalten hatten. Auch mussten sie regelmässig ihre geheimen Unterkünfte wechseln. (sda)