Murdoch-Sendergruppe darf weiter senden

BSkyB - Im Abhörskandal fehlen Beweise.

Die zum Teil dem US-Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch gehörende Sendergruppe BSkyB darf in Grossbritannien auch weiterhin senden. Untersuchungen zum Abhörskandal rund um News Corp. hätten keine Beweise erbracht, dass auch BSkyB darin verwickelt sei, erklärte die Medienkommission Ofcom am Donnerstag. Sky sei "geeignet und anständig", seine Sendelizenzen zu behalten. Murdochs Medienimperium hält 39 Prozent an BSkyB.

Mitarbeiter des früheren britischen Murdoch-Skandalblatts "News of the World" sollen die Anrufbeantworter zahlreicher Prominenter und Politiker abgehört und Polizisten bestochen haben. In der Folge des Skandals schloss Murdoch die Zeitung kurzerhand. Ofcom erklärte, es gebe keine Hinweise, dass Sky-Journalisten ähnlich vorgingen, um an Exklusivnachrichten zu kommen. Die Medienkommission untersuche aber noch zwei Fälle, in denen Sky nach eigenen Angaben E-Mail-Konten knackte.

Auch bei Murdochs Sohn James, der im April als Chef von BSkyB zurückgetreten war, stellte Ofcom keine Verstösse fest. Die Kommission kritisierte den früheren kaufmännischen Chef von "News of the World" aber für "sein mehrfaches Versagen, aus eigenem Antrieb" auf den Skandal zu reagieren. (sda)