Music First vs. DJ Radio

Zürcher Jugendradio - Bewerber haben Konzessionsgesuche eingereicht.

Der Kampf um die vom Bakom ausgeschriebene UKW-Frequenz für ein Zürcher Jugendradio geht in die nächste Runde. Die beiden übrig gebliebenen Bewerber -- Music First und DJ Radio -- haben Ende vergangene Woche ihre überarbeiteten Konzessionsgesuche eingereicht. Welcher der beiden Kandidaten das Rennen schliesslich macht, werden die Behörden voraussichtlich im Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2007 entscheiden.

Music First: Zusammenarbeit mit Schulen verstärkt

Music First vereint mit Giuseppe Scaglione und Mike Gut jene beiden Bewerber, welche in der ersten Konzessionsrunde gegen DJ Radio unterlegen sind. Scaglione hat erfolgreich mit einer Beschwerde gegen den Behördenentscheid für DJ Radio rekurriert und erhält nun eine zweite Chance, die er in Zusammenarbeit mit Radioprofi Gut wahrnehmen will. Als Joker kann Music First eine Allianz mit dem Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM) der Hochschule Winterthur vorweisen; jener Institution, die früher Partner von DJ Radio war. "Wir haben in der ersten Runde nicht gewusst, dass die Behörden bei der Ausbildung so starkes Gewicht auf die Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen legen", sagt Scaglione gegenüber “persoenlich.com”. Er hat deshalb sein Konzept angepasst, das zuvor vor allem auf interne Ausbildung setzte.

Scaglione, der mit Radio 105 und Radio Monte Carlo bereits über etablierte Radiosender verfügt, betont immer wieder die hohe Professionalität seiner Crew. "Wir stellen im Gegensatz zu DJ Radio ein Team auf, dass sich aus gut bezahlten Profis zusammensetzt. Bei uns erwartet Newcomer deshalb eine hervorragende Betreuung." Den Anschein, Music First sei zu stark kommerziell ausgerichtet, will Scaglione aus der Welt schaffen, indem er einen unabhängigen Programmbeirat eingesetzt hat. Dieser soll dafür sorgen, dass Music First ein Sender “von Jungen für Junge” bleibt und ein Abdriften in den Mainstream verhindert wird. Dem Programmbeirat gehören Zürcher DJs, Clubs, Veranstalter, Medienleute und vor allem Vertreter von Jugendorganisationen wie Pro Juventute und okaj Zürich an, dem Dachverband der Jugendförderung im Kanton Zürich.

DJ Radio: Interaktiv und crossmedial ausgerichtet

DJ Radio, dem das UVEK im Jahr 2004 die Konzession vergab, präsentiert sich den Behörden mit einem erneuerten Ausbildungskonzept, nachdem die Fachhochschule Winterthur als Partner abgesprungen ist. Um den digitalen Trend bei DJ Radio einfliessen zu lassen, ist der Sender eine Partnerschaft mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (HGKZ) eingegangen. Studierende des Studiengangs "Cast" können bei DJ Radio Erlerntes praktisch anwenden. Als weitere Partner im Ausbildungsbereich konnte das Jugendradio die Journalistenschule MAZ, sowie Radiowerk.ch gewinnen. Schüler, Studenten und Lehrlinge sollen laut DJ Radio-Chef Egon Blatter alle die gleiche Chance erhalten, eine Radioausbildung zu durchlaufen.

Ein neues Element des Konzepts von DJ Radio ist die Gründung eines Radiobeitragspools. Schulen, welche mit dem Sender zusammenarbeiten, können dabei ihre Beiträge auf einen Webserver laden. Sind diese für die Redaktion interessant, finden die Inhalte Eingang in das Programm. "Der Vorteil des Pools ist, dass sich auch andere Institute dieser Plattform anschliessen können. So auch das IAM", erklärt Blatter auf Anfrage von "persoenlich.com". Zudem will der Sender mit dem multimedialen Inhaltelieferanten Swisscontent im Newsbereich zusammenarbeiten.