Muss über drei Jahre 15 Prozent sparen

"Tagi" - Pietro Supino über Sparkurs beim Konzern-Flaggschiff.

In einem ausführlichen Interview mit der "Handelszeitung" hat sich Pietro Supino, Verwaltungsratspräsident der Tamedia, zu den anstehenen strukturellen Veränderungen beim "Tages-Anzeiger" geäussert. Die Konvergenz sei eine notwendige Voraussetzung für die Übertragung der Bezahlmodelle der Zeitung auf digitale Angebote, hat er nun erkannt. "Sie können nicht mit unterschiedlichen Redaktionen, die unter gleicher Marke arbeiten, ein Informationsbündel gegen Bezahlung herausgeben." Parallel dazu gebe es auch Möglichkeiten und Notwendigkeiten, die Effizienz zu steigern.

Damit meint Supino auch eine Einsparung der Kosten: "Bislang gab es eine Print- und eine Online-Redaktion, die teilweise dasselbe machten. Da gibt es Überschneidungen, die man eliminieren, und Prozesse, die man optimieren kann." Unter dem Strich würden damit Kosten gespart. Sparen dürfe aber nicht der Treiber der Konvergenz sein.

Wie viele Angestellte des "Tages-Anzeigers" mit der Anwendung der Worte "Effizienz" und "Konvergenz" genau den Job verlieren, steht noch nicht fest. Kostenmässig werde man über drei Jahre rund 15 Prozent einsparen. "Das betrifft auch die eingekauften Leistungen, sodass die Auswirkung auf die Redaktion kleiner ausfallen wird", merkte Supino dazu an.

Zur generellen Lage sagte er, der "Tagi" schreibe derzeit keine Verluste. Er habe sich in den letzten drei Jahren vor allem publizistisch, aber auch kommerziell gut entwickelt. "Doch wir sind mit einem anhaltenden Strukturwandel konfrontiert, der mich beunruhigt, weil er sich überproportional auf die gesamte Zahlenmechanik auswirkt. Deshalb müssen wir rechtzeitig handeln." (as/handelzeitung)