Die Nachrichtenagentur Deutscher Depeschendienst (ddp) mischt den News-Markt in Deutschland offenbar weiter nach Kräften auf. Nachdem sie im Dezember schon den deutschsprachigen Dienst der Agentur Associated Press (AP) übernommen hatte, in der Absicht, zur Deutschen Presse-Agentur (dpa) in ernsthafte Konkurrenz zu treten, steigt die ddp nun auch ins TV-Geschäft ein. Gemäss einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) gründete die Nachrichtenagentur dazu die ddp TV AG, die Beteiligungen an Fernsehunternehmen erwerben. Vorstand der ddp TV AG ist offenbar Ex-N24-Chef Ulrich Ende.
Mit dem Ex-N24-Boss und der neuen Tochterfirma rechne sich die ddp-Gruppe Chancen auf einen Zuschlag beim Verkauf von N24 aus, schreibt die FTD. Es sei bekannt, dass die ddp-Besitzer Martin Vorderwülbecke und Peter Löw Interesse an dem Nachrichtenkanal haben. Allerdings gibt es aber noch weitere Bieter. Über den Stand der Verhandlungen und ob überhaupt noch am N24-Verkauf festgehalten wird, wollte sich Pro Sieben Sat 1 nicht äussern.
ddp hatte anfangs Jahr schon den Schweizer Newsmarkt umgekrempelt: Nach der Übernahme des deutschsprachigen AP-Dienstes sprach sie hierzulande zunächst von Ausbau und verstärkter SDA-Konkurrenz, trat dann aber im Januar überraschend den Schweizer AP-Dienst an die SDA ab. Diese stellte den Konkurrenzdienst kurzerhand ein und ist nun die einzige Schweizer Nachrichtenagentur.