Die ARD-Gremienvertreterkonferenz wählte SRF-Direktorin Nathalie Wappler am Montag in das sechsköpfige Aufsichtsgremium, das ARD, ZDF und Deutschlandradio systemübergreifend überwacht.
Der Medienrat wurde Ende 2025 mit dem Reformstaatsvertrag geschaffen und prüft, wie die öffentlich-rechtlichen Sender ihren gesetzlichen Auftrag in den Bereichen Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung erfüllen. Das unabhängige Expertengremium mit Sitz in Weimar legt alle zwei Jahre einen Auftragsbericht vor, der wissenschaftlichen Standards und den Kriterien des Medienstaatsvertrags folgt.
«Ich freue mich über das Vertrauen, das mir mit dieser Berufung ausgesprochen wird», wird Wappler in einer Mitteilung von SRF zitiert. «Mein gesamtes berufliches Engagement habe ich dem medialen Service public gewidmet. Entsprechend werde ich mich mit voller Kraft für die Stärkung und Weiterentwicklung der öffentlich-rechtlichen Medien einsetzen.»
SRG-Generaldirektorin Susanne Wille betont: «Die Wahl von Nathalie Wappler in dieses zentrale Aufsichtsgremium in Deutschland ist eine Ehre für den Schweizer Service public und unterstreicht die hohe Reputation, die wir bei unseren nördlichen Nachbarn geniessen.»
Zu den Prüfkriterien des Medienrats gehören die Zugänglichkeit der Angebote, deren Nutzung durch Zielgruppen, die Wirkung auf die Meinungsbildung, die Ausgewogenheit der Berichterstattung, die Themenvielfalt sowie die Innovationsfähigkeit. Stellt das Gremium Defizite fest, müssen sich die Kontrollgremien der einzelnen Rundfunkanstalten mit den Bewertungen und Empfehlungen auseinandersetzen. (pd/cbe)