Die SRF-Direktorin Nathalie Wappler steht Rede und Antwort in einem Interview mit der NZZ. Der Journalist konfrontiert sie darin etwa mit dem Vorwurf, man habe es auch in unpolitischen SRF-Sendungen häufig mit Meinungsäusserungen und tendenziösem Journalismus zu tun. So habe eine Journalistin in der letzten «Tagesschau»-Ausgabe von den «durchaus berechtigten Anliegen» der Klimaaktivisten gesprochen. Wappler kontert: Die Korrespondentin unterstütze nicht die Aktivisten, sondern ziehe den Schluss, dass die Störaktionen zu sehr polarisieren und dadurch deren Anliegen untergehen würden. Sie habe generell den Einsatz gegen den Klimawandel gemeint, so Wappler.
Zum Eklat in der «Arena» sagt die SRF-Direktorin: «Ich habe mich damals hinter Sandro als Moderator gestellt, und das mache ich auch weiterhin. Er ist sonst ein guter und vermittelnder Moderator. Aber es stimmt, wir haben in jener Sendung zu wenig transparent gemacht, dass der Rassismusvorwurf von der Antirassismuskommission kam. Das hätten wir besser machen müssen.»
Auf die Frage, warum sich SRF nicht auf Fernsehen und Radio konzentriere, sondern faktisch eine Internetzeitung produziere und sich damit im Clinch mit dem Verlegerverband befinde, sagt Nathalie Wappler: «Die Herausforderung ist doch für alle Medienhäuser, wie wir nachhaltig im Internet präsent sein können. Aber wir produzieren sicher keine Internetzeitung.» Und weiter: «Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass die öffentlich-rechtlichen Medien den Privaten im expandierenden Onlinemarkt nichts streitig machen. Auch wenn Avenir Suisse jüngst in einer Studie etwas anderes behauptet.» (mj)