Sie sind die neue Chefredaktorin der GlückPost. Ihr Vorgänger schreibt trotzdem weiterhin in Ihrem Blatt. Stört Sie das nicht?
Nein, das stört mich nicht. Denn bereits in der nächsten Ausgabe wird das Editorial von mir geschrieben. Helmut-Maria Gloggers Gedanken über Fleur, Forti und Co. werden in Zukunft als Kolumne erscheinen. Für unsere Leser haben seine Familiengeschichten Kultstatus.
Aber sind Sie tatsächlich die alleinige Chefin? Oder anders gefragt: Wieviel hat Glogger in der Redaktion noch zu sagen?
Natürlich bin ich die alleinige Chefin! Das muss auch so sein. Viele Köche verderben den Brei. Helmut-Maria Glogger hat im Hause Ringier neue Aufgaben übernommen.
Die Glückspost hat in den vergangenen Jahren Leser verloren. Wie wollen Sie den Auflagen-Rückgang stoppen?
Den Auflagen-Rückgang zu stoppen ist tatsächlich eine grosse Herausforderung -- die deutsche Konkurrenz im Yellow-Segment ist brutal. Aber ich bin überzeugt, dass es möglich ist. Seit Anfang Jahr konnten wir erfreulicherweise im Einzelverkauf massiv zulegen. Wir müssen unsere Zeitschrift von einem Nice-to-Have zu einem unentbehrlichen Begleiter für unsere Leserinnen und Leser machen. Das tun wir, indem wir ab 15. Juni noch mehr Nutzwert bieten.
Welche Änderungen werden konkret vorgenommen?
Unser Service-Bereich wird massiv aufgestockt: Neu gibts in jeder Nummer Reisen -- und zwar erschwingliche, wir berichten regelmässig über Tiere und geben Tipps für Garten und Balkon. Neu haben wir auch ein Beratungsteam für Budget, Geldanlagen und Konsum. Gesundheitsthemen und Psychologie, sowie Kochen bekommen noch mehr Platz. Ganz wichtig sind für unsere Klientel auch Rätsel. Auch davon gibts mehr -- und dabei kann man erst noch attraktive Preise, z.B. Wellness-Ferien etc. gewinnen. Das Layout wird frischer, lockerer und die Leserführung besser.
GlücksPost-Leser werden immer älter. Wie wollen Sie jüngere Leser für Ihr Heft gewinnen?
Unsere Themen sollen grundsätzlich für alle Leserinnen und Leser spannend sein. Mit unseren Aktionen z. B. Wahl der Miss Molly sprechen wir jüngere Leser an. Ebenso bei der Wahl des Mutter-Tochter -Paares, wo 15 und 16jährige mitmachen. Diese Wahl ist übrigens ein Riesenerfolg: Von Jahr zu Jahr machen mehr mit. Am WanderCup nehmen vorwiegend Familien teil. Auch da gewinnen wir viele neue, neue z. Teil auch junge Leser. Nicht zu vergessen die Volksmusik-Szene: Monique, Francine Jordi und die erst 19jährige Sarah-Jane, eine Entdeckung der GP übrigens, ziehen ein junges Publikum an.
Wo sehen Sie noch Potential?
Um uns gegen die deutsche Konkurrenz abzuheben wollen wir den Schweizer Bezug noch mehr pflegen. Wir wollen eine Schweizer Zeitschrift für Schweizer sein. Das gilt sowohl für den People-, als auch für den Ratgeber-Teil. Darüber hinaus will ichdie Leser auf der emotionalen Ebene abholen. Wie die letzten Monate und die Einzelverkäufe beweisen, funktioniert das. Ich bin sehr zuversichtlich.
Ihre Leserschaft gilt als konservativ. Sind da tief greifende Änderungen überhaupt möglich?
Es gibt keine tief greifenden Änderungen. Der Leser bekommt, wie gesagt, nur mehr Nutzwert als früher und eine frischere Aufmachung.
Spüren Sie genügend Rückendeckung vom Ringier-Verlag? Oder könnte es sein, dass Ringier die Glückspost längerfristig zu Gunsten der SI eingehen lässt?
Ich fühle mich von der Ringier-Konzernleitung gestützt und spüre das Vertrauen in den Titel Glückspost.
Das neue Erscheinungsbild der Glückspost
Glückspost: So sah das Heft bisher aus.
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