Nebenjob von Ruedi Matter gibt zu reden

SRF - Die ARD engagiert den SRF-Direktor als Berater. Am Leutschenbach sorgt dies offenbar für Gesprächsstoff.

Ein Nebenjob von SRF-Direktor Ruedi Matter sorgt am Leutschenbach für Irritationen, wie die «Handelszeitung» berichtet. Die ARD hat den Schweizer Medienmanager als Berater für geplante Reformen verpflichtet.

Das Mandat umfasst ein bis zwei Tage pro Monat und läuft vorerst bis Ende September. Bis dann muss die deutsche Fernsehanstalt Reformvorschläge präsentieren, mit denen eine dreistellige Millionensumme eingespart werden kann. Gegenüber Horizont.net begründet die ARD-Vorsitzende Karola Wille Mitte Februar das Engagement Matters damit, dass dieser «den seit Jahren im Nachbarland laufenden Reformprozess kenne». Ausserdem wisse er «um die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und hat ausserdem früher für McKinsey gearbeitet».

Bei der SRG sorgt der Ausflug Matters ins Consulting-Geschäft für Irritationen. Andreas Künzi von der Gewerkschaft Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) bezeichnet dessen Beratungsmandat auf Anfrage der «Handelszeitung» als «grenzwertig».

Ein SRF-Insider kritisiert, dass der Direktor mit der Führung von über 2000 Angestellten eigentlich genug zu tun haben sollte. Aus Sicht des Gebührenzahlers seien solche Nebenbeschäftigungen nicht zu rechtfertigen. Beide Fernsehanstalten betonen, dass Matter kein Honorar beziehe. Das SRF hält fest, dass auch die Nebenbeschäftigung von Kaderleuten bewilligt werden müsse – und SRG-Generaldirektor Roger de Weck über Matters Mandat informiert sei. (handelszeitung.ch/tim)