Nemo-Manager verteidigt Interview-Abbruch

ESC - Reto Lazzarotto nimmt in der Sonntagszeitung Stellung zu Nemos Medienauftritten. Der Eklat in Biel sei «die absolute Ausnahme» gewesen.

Seit Mai 2023 ist Lazzarotto mit seiner Agentur Capitano Music für das Management von Nemo zuständig. In dieser Funktion koordiniert und organisiert der erfahrene Musikmanager auch die Medienauftritte. Aus den zahlreichen Kontakten mit Journalistinnen und Journalisten vor und nach Nemos ESC-Gewinn stach vor allem ein Vorkommnis heraus, über das bis heute kontrovers diskutiert wird. Am 31. Juli brachen Nemo und eine Mitarbeitern des Managements ein Interview mit dem Bieler Tagblatt ab, in dem Moment, als die Journalistin Fragen zum «politisch aufgeladenen ESC» stellen wollte.

Gegenüber der Sonntagszeitung verteidigt Reto Lazzarotto nun dieses Vorgehen. «So wie das Gespräch geführt wurde, stehe ich voll dahinter. Die Fragen waren durchs Band provokativ gestellt. Die Journalistin war einzig auf Schlagzeilen aus, das ist meine Einschätzung», lautet die Antwort des Musikmanagers auf die Frage, ob er Nemos Reaktion für angebracht halte. Mit den «provokativ» gestellten Fragen meint Lazzarotto die Erkundigungen danach, warum es einen Monat gedauert habe zwischen ESC-Sieg und dem ersten öffentlichen Auftritt Nemos in seiner Heimatstadt Biel oder wie gross der Druck sei, neue Musik herauszubringen, um die Hallen zu füllen. «Nemo muss sich nicht alles gefallen lassen», sagt Manager Lazzarotto dazu im Sonntagszeitung-Interview.

Auf die Frage, warum Nemo nach dem ESC keine grösseren Interviews mehr in Schweizer Medien gegeben hat, erwidert Lazzarotto, dass man sich entschieden habe, den Fokus erst mal auf das Ausland zu legen und in der Schweiz keine weiteren Pressetermine zu machen beziehungsweise sie auf später zu verschieben. So sagte das Management kurzfristig einen Interviewtermin mit drei Schweizer Zeitungen ab, wie der SonntagsBlick vor einer Woche publik machte.

Dafür sprach Nemo unter anderem mit dem deutschen Nachrichtenmagazin Spiegel. Dabei habe Nemo auch politische Fragen beantwortet. «Der Abbruch in Biel ist die absolute Ausnahme», sagt Reto Lazzarotto der Sonntagszeitung. Die Zurückhaltung mit Medienterminen rühre auch daher, dass es nach dem ESC sehr viel zu tun gegeben habe mit kreativer Arbeit für all die anstehenden Auftritte. (nil)