Neue Art der Pupillenmessung

+warten+Medienwirkung - Aufschluss über emotionale Prozesse.

Pupillen reagieren nicht nur auf Licht sondern auch auf emotionale und mentale Prozesse des Menschen. Mit Hilfe eines neuen biometrischen Verfahrens, dem so genannten Mental-Workload-Analyzer (MWA), lassen sich Wahrnehmungen, Emotionen und kognitive Prozesse messen und sehr viel genauer erfassen, als von allen bisher bekannten Analyseverfahren.

Die Forschungsunit des Berliner Beratungsunternehmens Goldmedia bietet mit diesem neuen Tool ein Researchinstrument, das Pupillenreaktionen berechnet, erstmals Lichtreflexe herausrechnet und so die reale Wirkung von Medien oder Produkten auf ihre Nutzer objektiv messen kann.

Biometrische Verfahren wie Eyetracking und Pupillometrie kommen immer dann zum Einsatz, wenn Unbewusstes wie Unterbewusstes sichtbar gemacht und gemessen werden soll und klassische Methoden -- wie etwa Befragungen -- nicht ausreichen. Während durch Eyetracking gezeigt werden kann, wohin ein Betrachter schaut und welche Objekte in seinem Blickfeld liegen, liefern unsere Pupillen schnell und exakt Informationen darüber, wie das Nervensystem tatsächlich auf das Gezeigte reagiert.

Die mentale und emotionale Beanspruchung lässt sich an der Stellung und Grösse der Pupille ablesen. Investiert der Organismus Energie zur Informationsverarbeitung, so führt dies unwillkürlich zu einer Weitung der Pupille. Mit dem Mental-Workload-Analyzer ist es möglich, die Störeinflüsse auf die Pupillengrösse zu erkennen und zu isolieren. Damit können heute lichtunabhängige Pupillenbewegungen auf einfache Weise gemessen werden.

Selbstkontrolle der untersuchten Person entfällt

Dies ist vor allem bei der Analyse von Medienformen wichtig, die -- wie Filme, TV-Spots, Webseiten oder Computerspiele -- an einem Bildschirm genutzt werden, der selbst eine lichtbedingte Pupillenweitung verursacht. Durch den Einsatz des MWA in Kombination mit Eye-Tracking-Verfahren wird darstellbar, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine aufgenommene Information tatsächlich bis ins Gehirn gelangt und dort verarbeitet, verknüpft und gespeichert wird.

Kombiniert man die gewonnenen biometrischen Daten zusätzlich mit subjektiven und tiefenpsychologischen Informationen aus Befragungen sind schliesslich sehr genaue Interpretationen über die interne Verarbeitung des Gesehenen möglich. Die tatsächlichen Wirkfaktoren von Filmen, Werbespots, Plakaten und Anzeigen oder Websites werden so identifizierbar (durch multivariate Mehrschichtenanalysen -- MeWIN). Dabei sind die Reaktionen der Testpersonen auf sämtliche Aspekte der Mediendarbietung darstellbar. Bei der Analyse eines Films, einer TVSendung oder eines Werbespots etwa können die Wirkungen von Darstellern oder Moderatoren analysiert werden. Die Selbstkontrolle der untersuchten Person entfällt, es gibt also keine "gesellschaftlich erwünschten", aber real falschen Aussagen.