SRG-Programme müssen hohen qualitativen und ethischen Anforderungen genügen und dürfen nicht nur auf die Einschaltquote schielen. Dies verlangt die neue SRG-Konzession, die das Bundesamt für Kommunikation am Freitag in Vernehmlassung geschickt hat.
Die Forderung nach Programmqualität ist ein neues Element des Konzessionsentwurfes. Die SRG-Programme sollen sich durch Unverwechselbarkeit, Glaubwürdigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Relevanz und journalistische Professionalität auszeichnen -- und sich so von rein kommerziellen Angeboten unterscheiden.
Die SRG-Programme sollen sich im Sinne eines Service public nicht nur an Publikumsmehrheiten orientieren dürfen, sondern die Interessen und Anliegen aller zu berücksichtigen haben. Auch Minderheitsstandpunkte und kulturelle Angebote, die nicht einen Mehrheitsgeschmack bedienen, müssen vermittelt werden.
Der Programmauftrag der Konzession verdeutlicht aber, dass die SRG ihre Leistungen mit der Gesamtheit der Programme zu erbringen hat und nicht an einzelnen Sendungen gemessen werden darf. Die Konzession will überdies verhindern, dass hauptsächlich eingekaufte Sendungen den Charakter des Service-public-Programmes prägen.
Mehr Swissness
Gefragt sind gemäss Konzessionsentwurf vielmehr innovative Eigenproduktionen, die eine identifikationsstiftende Wirkung -- so genannte Swissness -- entfalten. Diese Wirkung kann auch durch "Einschweizerung" von eingekauften Serien oder Formaten erzielt werden.Der Programmauftrag beinhaltet auch den Zusammenhalt und den Austausch unter den Religionen. Die Pflicht, die Integration der Ausländer in der Schweiz fördern, bedeute aber nicht, dass die SRG eigene Sendungen für verschiedene Ethnien anbieten muss. Sie soll vielmehr Themen aufgreifen, die eine integrative Wirkung entfalten.
Unter öffentlichen Druck setzen
Die SRG soll eigene Qualitätsstandards schaffen. Deren Einhaltung soll sie regelmässig selber überprüfen oder überprüfen lassen. Ziel der Konzession ist die Förderung des öffentlichen Diskurses über die Programmqualität. So soll Druck zur Einhaltung der Standards entstehen.