Die neue Pendlerzeitung wird in den von den drei Verlagen bereits erfolgreich betriebenen Inserateverbund "Metropool" integriert. Wie "persoenlich.com" erfahren hat, ist eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus allen drei Verlagen zur Zeit dabei, ein Projekt zuhanden der Verwaltungsräte der drei Unternehmen auszuarbeiten. Die Projektgruppe wird von Rolf Bollmann geleitet und ist mit grossem Engagement an der Arbeit. Der Name der neuen Zeitung steht noch nicht fest, hingegen ist geplant, dass er eine klare Verbindung zu den drei Regionalzeitungen herstelle.
Die neue Pendlerzeitung soll auf relevante News, im Vergleich zur Konkurrenz längere Texte und einen geringeren Bildanteil setzen. Man will so auf der Stärke der drei beteiligten Tageszeitungen -- Tages-Anzeiger, Berner Zeitung, Basler Zeitung -- aufbauen. Die Zeitung wird sich durch ein klassisches, dezentes Design auszeichnen und im Tabloid-Format erscheinen. Die Distribution soll wie bei 20 Minuten über Boxen erfolgen.
Gleichzeitig zum Projekt einer zweiten Pendlerzeitung arbeiten die drei Partner an einem gemeinsamen Online-Newsnetzwerk, das mit einer eigenständigen Redaktion in der Schweiz eine führende Position erreichen soll. Dieses Projekt befindet sich jedoch noch in einer frühen Phase.
Die Medienhäuser -- insbesondere die Tamedia, welche vor wenigen Monaten die Übernahme der Espace Medien angekündigt hat -- reagieren mit diesem Schritt auf die neue Gratiszeitung .ch. Das Blatt, das direkt in die Haushalte vertrieben wird, startet am 19. September.
Initiative von Tamedia
Bei der Tamedia, die in der Deutschschweiz bereits die erfolgreiche Pendlerzeitung "20 Minuten" herausgibt, sieht man durchaus Potenzial für ein weiteres Gratisblatt, wie es auf Anfrage hiess. Nach Angaben von Matthias Hagemann ging die Initiative für das neue Produkt von der Tamedia aus. Die Redaktion mit 20 bis 30 Leuten wird voraussichtlich in Zürich angesiedelt. Ob auch Regionalredaktionen eingerichtet werden, ist laut Hagemann noch offen.
Aus Sicht von BaZ-Verleger Hagemann handelt es sich beim Projekt der drei Verlage nicht in erster Linie um eine Reaktion auf ".ch". Vielmehr gehe man in die Offensive wegen der Schwierigkeiten, die die Tageszeitungen heute aus demographischen Gründen sowie am Werbemarkt haben.