Seit dem 1. Januar werden die TV-Einschaltquoten in der Schweiz mit einer neuen Technologie erfasst. Weil technische Schwierigkeiten aufgetreten sind, verzichtet die mit der Messung der Fernsehnutzung beauftragte Mediapulse vorerst auf eine erste geplante Publikation der neuen Daten.
Das System sei im Dezember ohne Probleme in 2000 Haushalten installiert worden und funktioniere seither gut, sagte Nico Gurtner, Leiter Kommunikation von Mediapulse, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. In den ersten Januartagen seien in den Daten kleinere Unstimmigkeiten aufgetreten, die nicht plausibel gewesen seien.
Mediapulse habe deshalb entschieden, auf eine Publikation der ersten Einschaltquoten nach dem neuen System zu verzichten, sagte Gurtner weiter. Man wolle sich für eine Überprüfung zuerst Zeit nehmen und dann erst die Daten freigeben.
Fernsehkonsum präziser abbilden
Mit dem neuen System soll der Fernsehkonsum der Schweizer Wohnbevölkerung präziser abgebildet werden. Die Einschaltquoten wurden seit den achtziger Jahren mit Geräten erfasst, die an den TV-Geräten von repräsentativ ausgewählten Haushalten angeschlossen waren. Den in den vergangenen Jahren stark veränderten Sehgewohnheiten trugen diese Geräte jedoch nur noch ungenügend Rechnung.
Die neue Technologie vergleicht den vom Fernsehsender ausgestrahlten Ton mit demjenigen, der beim Zuschauer empfangen wird. Mit diesem sogenannten "Audio Matching" ist es möglich, eine Fernsehsendung zu identifizieren, selbst wenn sie Tage nach der Ausstrahlung betrachtet wird.
Mit der Einführung der neuen Geräte erwartet Mediapulse eine Veränderung der bisherigen Einschaltquoten. Von den Haushalten, die früher ein Messgerät besassen, ist keiner mehr vertreten. Dazu kommt, dass nun viel mehr Haushalte für eine Messung in Frage kommen als früher. War früher ein TV-Gerät Voraussetzung, braucht man neu nur noch einen "fernsehfähigen Bildschirm". (sda)