Neue Runde in Kontroverse um "Anzeiger"

Bern - Kulturmagazin "ensuite" startet Aktion "Stopp Anzeiger".

In Bern wird wieder einmal über die "Kulturagenda" gestritten. Diesmal kommt der Angriff auf den "Anzeiger Region Bern", dem die "Kulturagenda" seit September jeweils mittwochs beigelegt wird, von der Kulturzeitschrift "ensuite". In einem Inserat in der Februarausgabe fordert Chefredaktor Lukas Vogelsang Leser dazu auf, eine Verzichtserklärung auszufüllen, damit der "Anzeiger" nicht mehr ungefragt in ihren Briefkästen lande.

Vogelsang fordert von der Statthalterin Regula Mader, ihren Entscheid zurückzuziehen und "Stopp"-Kleber auf Berns Briefkästen für den "Anzeiger" wieder gelten zu lassen, wie es in einem Artikel der Tageszeitung "Bund" heisst. Werde das Blatt in jeden Briefkasten geliefert, entstünde nur "unnötiger Abfall".

Das Berner Ausgehmagazin "Kulturagenda" informiert über das Kulturgeschehen in der Region, darf aber keinerlei politische Inhalte aufweisen. Dem Publikum werden bloss Veranstaltungen vorgestellt, Kritiken fehlen im Blatt. Das Kulturmagazin "ensuite" bewegt sich in einem ähnlichen Werbemarkt. Beide Publikationen werden subventioniert; die "Kulturagenda" laut "Bund" mit 105'000 Franken im Jahr, "ensuite" in den letzten Jahren mit 67'500 Franken.

Der Chefredaktor der "Kulturagenda", Christoph Hoigné, vermutet laut "Bund" eine "Mogelpackung" hinter der Attacke von "ensuite" auf den Anzeiger: "Gemeint ist eigentlich die Kulturagenda, dies wird jedoch nicht offen gesagt. Diese "polemischen Aktionen" brächten niemandem etwas; Vogelsang verspiele sich damit höchstens den Goodwill in der Kulturszene.