Neue Töne angeschlagen

Radio Emme - PR-Aktionen zur Steigerung der Bekanntheit.

Vor 2 Jahren war Radio Emme finanziell am Boden. Alles deutete darauf hin, dass Mikrofone und Sendeantennen für immer auf "Off“ stehen. Tausende Hörerinnen und Hörer solidarisierten sich in dieser Krise mit dem Lokalradio. An der Medienorientierung vom 4. Juli zeigten die Radiomacher auf, wie sie das Programm weiterentwickeln und einen Schritt nach vorne machen wollen.

Die Geschichte des Emmentaler Senders ist in der Schweiz einzigartig. Nie zuvor wurde eine private Radiostation von ihrer Hörerschaft mit einer Spendenaktion gerettet. "Irgendwie anders“ ist auch die Strategie von Radio Emme: "Wir machen nicht Radio zum Selbstzweck, sondern um den Leuten im Emmeland den Alltag zu versüssen“, sagte der Programmleiter Jüre Lehmann vor den Medien in Langnau. Die Zeiten der Selbstgefälligkeit und Selbstbeweihräucherung seien vorbei.

Radio Emme liebt dich

"Wir wollen das Wunschradio der 150'000 Leute sein, die wir mit unserem Programm erreichen -- dafür müssen wir in die Offensive gehen“, so Jüre Lehmann. Zusammen mit den Ressortleitern nahm er in diesem Frühjahr das gesamte Programm unter die Lupe. Jedes Sendegefäss wurde genau analysiert: Senden wir wirklich genau das, was sich unser Publikum wünscht? Und bringen wir es in der richtigen Form und zum richtigen Zeitpunkt? In diesem Prozess nahm das "neue Radio“, das seit dem 1. Juli zu hören ist, Gestalt an.

Die Zukunftsstrategie

Stefan Kipfer ist Co-Geschäftsleiter der Radio Emme AG und zuständig für Strategie, Controlling und Finanzen. Er hat folgende Ziele formuliert: 90 Prozent der Bevölkerung im Sendegebiet kennt Radio Emme und 60 Prozent der Bevölkerung im Sendegebiet hört regelmässig Radio Emme.

Um die Bekanntheit zu steigern lanciert Radio Emme verschiedene PR-Aktionen. Ab Mitte Juli werden beispielsweise 10'000 Hörprobe-CD’s an öffentlichen Plätzen verteilt, um die Leute "gluschtig“ zu machen, reinzuhören. Als Kontrollinstrument dient Radio Emme ab Herbst 2005 eine jährliche Umfrage, die Mitarbeiter in der Region durchführen.

So kann einerseits die Bekanntheit gemessen werden. Andererseits zeigt die Umfrage auf, wie die Programmelemente beim Publikum ankommen. Bis heute sind nicht sämtliche Zweifel beseitigt, ob ein Regionalradio in diesem ländlichen Raum wirtschaftlich überlebensfähig ist. Mit einer zu erwartenden Steigerung des Bakom-Gebührenanteils im Rahmen des neuen RTVG’s, sowie mit einer wesentlichen Stärkung der Verkaufsabteilung, glaubt Stefan Kipfer, dass es möglich ist.

Stefan Kipfer und Jüre Lehmann, Co-Geschäftsleiter sowie Karen Wiedmer, VR-Präsidentin der Radio Emme AG.