Erstmals seit seiner Gründung im Jahr 1997 erhöht das Strassenmagazin "Surprise" seinen Verkaufspreis, um die gestiegenen Kosten decken zu können. Ab der Ausgabe Nr. 198 vom 3. April 2009 kostet das Magazin auf der Strasse nicht mehr wie bisher fünf, sondern neu sechs Franken.
Was vor zwölf Jahren als kleines Selbsthilfeprojekt in Basel begann, hat sich zu einer sozialen Institution mit einem professionellen Magazin entwickelt, das gemäss offizieller Forschung regelmässig 120'000 Leserinnen und Leser erreicht. Das Strassenmagazin "Surprise" wird heute täglich von rund 300 Menschen in sozialer Not auf Strassen, Plätzen und in Bahnhöfen angeboten, die sich so aus eigener Kraft eine Tagesstruktur, neues Selbstvertrauen und ein eigenes kleines Verdienst erarbeiten können.
Mit dem stark gewachsenen Projekt sind auch die Anforderungen an die Produktion und die Logistik gewachsen. Dazu kommt ein generell höheres Preisniveau sowie deutlich gestiegene Abgaben an die Sozialversicherungen: Die Surprise-Verkäufer sind bei AHV, IV, EO und der ALV sowie auch gegen Unfall versichert. Mit dem bis heute gültigen Verkaufspreis der ersten Stunde sei "Surprise" nicht mehr finanzierbar, teilt das Strassenmagazin in einer Mitteilung mit. Weil man das Heft auch weiterhin kostendeckend produzieren wolle und die anvertrauten Spendengelder auch in Zukunft für die soziale Betreuung und Förderung, die Schulung und andere Integrationsprojekte zugunsten der Surprise-Verkaufenden einsetzen wolle, sei eine Anpassung des Verkaufspreises unumgänglich.
Der "Surprise"-Grundsatz "Fifty-fifty" - 50 prozent des Erlöses für die Verkaufenden, 50 Prozent für "Surprise" - wird dabei nicht angetastet. Neu wird den Strassenverkäuferinnen und -verkäufern allerdings bereits beim Bezug der Magazine am "Surprise"-Schalter der entsprechende Arbeitnehmeranteil für die Sozialversicherungen abgezogen. Mit neu 2.70 Franken gegenüber den bisherigen 2.50 Franken verbessert sich auch für die Verkaufenden erstmals der Nettoverdienst pro Heft um 8 Prozent.
Ebenfalls mit der Ausgabe vom 3. April erscheint das Strassenmagazin mit einer sanft modifizierten Gestaltung. Neben einer insgesamt deutlicheren Leseführung erscheint erstmals die neue Rubrik "mit scharf!", die sich kommentierend mit einem aktuellen "Surprise"-relevanten Thema auseinandersetzt und mit einem selbsterklärenden Comicstrip zu einem zweiten aktuellen Thema ergänzt wird.