Mit Inseraten im Wert von insgesamt 23'500 Franken will die NGO "Erklärung von Bern" (EvB) die Leser von "Das Magazin" auf die "Public Eye Awards" -- die Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum (WEF) -- in Davos aufmerksam machen. Hierzu kreierte die Agentur Spinas | Gemperle zwei Inserate mit den Slogans: "Irgendwas in diesem Magazin stinkt gewaltig" und "Gewisse Konzerne stinken zum Himmel". Auf den Anzeigen sind jeweils Testimonials zu sehen, die angewidert die Nasen rümpfen. Die Botschaft: Überall dort, wo die Wirtschaft ohne Rücksicht und Verantwortung wütet, stinkt es zum Himmel.
Der "WoZ" zufolge jedoch akzeptierte "Das Magazin" diese Anzeigen nicht. Der Grund: Sie sollen dem "Magazin" zu heiss gewesen sein, wie es im Bericht heisst. Wie Sibylle Spengler, Marketingverantwortliche der EvB, auf Anfrage von "persoenlich.com" erklärt, habe beim "Magazin" die Meinung vorgeherrscht, im Heft dürfe nichts stinken. Zudem dürfe man das Wort "Konzern" nicht mit "stinken zum Himmel" in Verbindung bringen. Soweit die Version der EvB. Zur "WoZ" sagte "Magazin"-Chefredaktor Finn Canonica, man wolle nur hochwertige Inserate publizieren. "Stinkt zum Himmel, fanden wir einfach pubertär." Zudem gehe es nicht an, dass andere in einem Inserat beschimpft würden.
Es mussten also neue Inserate in abgeschwächter Version her. Aber auch eine zweite Version des einen Inserates mit dem Slogan "Vielerorts in der Weltwirtschaft stinkt es gewaltig" fiel bei den "Magazin"-Verantwortlichen durch. Auf dem anderen Inserat waren die Logos der Konzerne zuerst mit Fliegen bedeckt gewesen. In der zweiten Version wurden die Fliegen statt auf die Logos der Firmen auf den "Public Eye"-Award gesetzt -- dort, wo der Name der Firma eingraviert sein wird. Aber auch hier kam das Veto des "Magazins".
Erst eine dritte Version akzeptierte "Das Magazin". Statt "Vielerorts" heisst es jetzt "Mancherorts in der Weltwirtschaft stinkt es gewaltig" und statt "stinken in den Himmel" steht jetzt "Gewisse Konzerne handeln unsauber". Die Fliegen durften auf dem "Public Eye"-Award sitzenbleiben, dafür aber verschwanden die Logos der Konzerne. Und die Testimonials rümpfen noch immer angewidert die Nase. Bereits am Samstag werden die Anzeigen im Heft zu sehen sein.