Seit das Schweizer Fernsehen am vergangenen Montag mit seiner neu ausgebauten, gebührenfinanzierten Internet-Plattform online gegangen ist, ist das Verhältnis zwischen dem Verlegerverband Schweizer Presse und der SRG SSR idée suisse getrübt. Mit dem ausgebauten, gebührenfinanzierten Online-Angebot des Schweizer Fernsehens halte sich die SRG nicht an die Abmachung, nur Zusatzinformationen zu den SF-Programmen zu liefern, entrüsteten sich die Verleger vorige Woche.
Kaum zur Beruhigung der Gemüter beigetragen hat dabei eine Anzeige des Schweizer Radios einen Tag nach der Aufschaltung von sf.tv: "Nichts ist so alt wie die Zeitung von heute", verkündete die SRG-Tochter am vergangenen Dienstag in grossen Lettern im Tages-Anzeiger und wies bei der Gelegenheit auch auf das Online-Angebot des Schweizer Radios hin.
Daniel Kaczynski, Geschäftsführer von Schweizer Presse, kommentiert gegenüber "persoenlich.com" die Anzeige gelassen: Er verstehe die Anzeige nicht als Provokation, dazu sei sie "viel zu banal". Jedoch als weiteren Beleg dafür, "dass das Ziel der SRG nicht ein möglichst guter Service Public ist, sondern die Bekämpfung und Verdrängung privatwirtschaftlicher Medienunternehmen". Trotzdem will sich Kaczynski bei der SRG bedanken: "Für die bezahlten Inserate -- in der Presse..."