"NLZ" und "MZ" kündigen Abos

SDA - Blick/SoBli gewonnen, zwei Regionalzeitungen verloren.

Die "Mittelland Zeitung" und die "Luzerner Zeitung" haben ihr Abonnement bei der Schweizerischen Depeschenagentur SDA gekündigt. Dies schreibt das Medienmagazin "Klartext" in seiner eben erschienenen Ausgabe.

Laut Peter Buri, Chefredaktor der "Aargauer Zeitung" entspricht das SDA-Modell nicht mehr den "heutigen Realitäten der Medienwelt". "Wir müssen dort sparen, wo das Preis-Bedürfnis-Verhältnis stimmt", und das sei beim SDA-Abonnement der Fall, so Buri gegenüber dem "Klartext". Dort müsse man den vollen Dienst abonnieren, auch wenn man ihn nur teilweise brauche.

Dass die MZ ihre Zusammenarbeit mit der SDA aufkündigt, erstaunt. MZ-Verleger Peter Wanner liebäugelt mit dem Gedanken, im Mittelland mit einem Konkurrenzblatt die neue Tamedia-Gratiszeitung "News" zu bekämpfen, die sich inhaltlich fast ausnahmslos aus Agenturmeldungen speist. Auch in diesem Fall jedoch sei man nicht unbedingt auf die Agenturmeldungen der SDA angewiesen, betont Buri: "Wenn mehrere Medienhäuser auf pragmatische Weise untereinander Kurznachrichten aus ihrem Einzugsgebiet austauschen würden, könnte man auf SDA-Dienste verzichten." Buri will indessen nicht ausschliessen, eines Tages wieder zur SDA zurückzukehren.

Kaum beunruhigt zeigt sich die SDA. "Der Austausch von Artikeln oder von Kurzstoffen ist schon hundertmal in verschiedenen Varianten versucht worden. Geklappt hat es nie", erklärt Chefredaktor Bernard Maissen. Die Entwicklung eines modularen Angebots sei für die SDA ein Thema, "aber wir wollen keine Rosinenpicker", so Maissen.