"NY Times" verschlief die Knüller-Story

Watergate - Zeitung wusste vor "Washington Post" vom Skandal.

"Im Nachhinein ist man immer schlauer", sagten sich wohl die Journalisten bei der "New York Times", als sie hörten, dass ihre Zeitungskollegen vor 37 Jahren viel früher vom Watergate-Skandal wussten, als die "Washington Post", die ihn schliesslich publik machte. Die "New York Times" schreibt in diesen Tagen, dass einer ihrer Journalisten nach dem Watergate-Einbruch als erster den Tipp auf Hintermänner im Weißen Haus bekommen haben soll und nicht die "Washington Post". Recherchiert und enthüllt wurde die Affäre, die zum Rücktritt Richard Nixons führte, von den Post-Reportern Bob Woodward und Carl Bernstein.

Wie die "New York Times" berichtet, soll ihr Reporter Robert M. Smith den Tipp etwa zwei Monate nach dem Einbruch im Watergate-Gebäudekomplex erhalten haben, wo sich das Wahlkampfbüro der Demokraten befand. Smith soll seine Redaktionskollegen informiert haben, doch die Story wurde nie gedruckt. Smith begann nämlich sein Studium und sein Vorgesetzter war mit dem Wahlkongress der republikanischen Partei zu beschäftigt. Die "New York Times" litt jahrelang unter dem Ruhm, den sich die "Washington Post" mit Watergate errungen hatte. (SZ)