13.05.2021

TeleZüri

Ombudsmann rügt Newsbeitrag

Das Ingwer-Getränk «Zingi» des EVP-Nationalrats Nik Gugger ist zu werberisch in Szene gesetzt worden. Laut dem zuständigen Ombudsmann wurde damit das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt.
TeleZüri: Ombudsmann rügt Newsbeitrag
«Bei fast allen anderen Kameraeinstellungen war eine Flasche zu sehen, immer wieder sogar in Nahaufnahme», schreibt der Ombudsmann zu einem TeleZüri-Bericht über «Zingi». (Bild: Screenshot TeleZüri)

Der Winterthurer EVP-Nationalrat Nik Gugger hat nebst seiner Tätigkeit in der Politik auch eine Einmann-Getränkefirma. Sein Ingwer-Getränk «Zingi» war TeleZüri am 21. März 2021 einen zweiminütigen Newsbeitrag wert. Ein Zuschauer störte sich daran: «Im Beitrag wurde stark Werbung für das Getränk ‹Zingi› gemacht. Der Beitrag wurde jedoch nicht vom redaktionellen Inhalt getrennt und auch nicht eindeutig als Werbung erkennbar gemacht.»

TeleZüri hat laut eigenen Angaben kein Geld oder eine ähnliche Gegenleistung für die Berichterstattung erhalten. Der Entscheid, diesen Beitrag umzusetzen, sei ausschliesslich in der Redaktion getroffen worden.

«Auch wenn keine finanzielle Gegenleistung für diese Markenpräsenz geleistet wurde, gehe ich vorliegend von einer Verletzung des Sachgerechtigkeitsgebots nach Art. 4 Abs. 2 RTVG aus», schreibt Oliver Sidler, Ombudsmann der privaten Radio- und Fernsehveranstalter, in einer Stellungnahme. Die werbende Darstellung des Getränks – vor allem in Form der Bilddarstellung – sei überhaupt nicht mehr durch den Informationswert gedeckt. Auffallend sei, wie oft die Getränkemarke, sei es auf Flaschen oder Plakaten, im Bild erscheine. «Oder anders formuliert: Auffallend ist, wenn im Beitrag einmal nicht die Marke entweder auf der Flasche oder auf einem Plakat im Bild erscheint», so Sidler.

Die Tatsache, dass ein Nationalrat selber ein Getränk herstelle und dieses auch im Bundeshaus verteile und vertreibe, sei durchaus eine Berichterstattung wert. «Kritisch hinterfragt wurde im Beitrag jedoch nichts», so der Ombudsmann. (cbe)


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