Gedruckte Tagesinformationen spielen auch im Internet-Zeitalter immer noch eine zentrale Rolle, schreibt die NZZ in ihrer Mittwochsausgabe. Medienredaktor Rainer Stadler rechnet anhand einer Analyse der Wemf- und Net-Metrix-Zahlen vor, dass die grossen Schweizer Verlage mit ihren gedruckten Organen pro Tag deutlich mehr Personen erreichen, als über ihre Online-Ausgaben. Zur Illustration dient das eigene Blatt: Die "NZZ" verzeichnet pro Tag durchschnittlich 303000 Leser, nzz.ch jedoch nur 115000 Leser.
Stadlers Berechnung zeigt, dass zwar die Zahl der Doppelnutzer (Print- und Online-Leser derselben Marke) nicht sehr hoch ist (NZZ 24000 tägliche Doppelnutzer, Tagi 40000), doch würden die Zeitungsverlage ihren Kundenkreis dank den Internet-Portalen deutlich erweitern können. Zudem stellt er fest, dass nur eine relativ kleine Personengruppe ihre Tagesinformationen bloss übers Internet bezieht. Bloss 288000 Personen würden die Websites der führenden Online-Anbieter aufrufen, ohne gleichzeitig einen entsprechenden Pressetitel zur Hand zu nehmen.
Es gebe zudem etliche Nutzer, die sich nur über eine einzige Website informieren und kein Online-Konkurrenzangebot anwählen. Bei 20min.ch mache dieses Kundensegment ein Viertel der täglichen Nutzer aus (absolute Zahlen: 83000), bei blick.ch ebenfalls etwa ein Viertel (77000). Das Publikum von nzz.ch und tagesanzeiger.ch sei wählerischer: Bloss 21'000 würden sich auf nzz.ch bzw. 16'000 auf tagesanzeiger.ch beschränken, um sich online auf dem Laufenden zu halten.
Die Veröffentlichung dieser Tabelle erfolgt nach freundlicher Genehmigung der NZZ. (eh)