28.11.2012

Online-Offensive der SRG

Ab 16. Dezember präsentiert sich das Schweizer Radio und Fernsehen mit neuen Logos und einer neuen Website. Alles im einheitlichen SRF-Look. Mit der von Verlegern gefürchteten Informationsseite srf.ch möchte das Rundfunk-Unternehmen seinen Nutzern umfassendere und gebündeltere Online-Informationen in Form von Audio, Video und Text bieten und das Angebot laufend optimieren. Am runden Tisch gab SRF den Medien heute Einblick in die Neuerungen rund um den Konvergenzprozess. Zur Story:
Online-Offensive der SRG

In zweieinhalb Wochen, am 16. Dezember 2012, geht die neue Webseite srf.ch von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) online. Die beiden bis anhin getrennten Webseiten drs.ch und sf.tv werden als Teil der Medienkonvergenz-Strategie zu einem neuen Portal verschmelzen. SRF präsentierte der Presse am 28. November anlässlich eines "Medienfrühstücks" die neue Plattform und die neue Markenwelt.

Künftig zeigt sich das gesamte Angebot von Schweizer Radio und Fernsehen sowohl optisch wie auch online unter einem einzigen Dach. Mit dem neuen Branding, der Anbindung der Angebote an die Dachmarke SRF, komme in Zukunft alles aus einem Guss. SRF soll als starke Marke wahrgenommen werden. In der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember ändern deshalb auch die bereits kommunizierten Markennamen und Logos. Die Medienlandschaft sei von einem starken Wandel geprägt, deshalb wolle man dem Publikum mit der neuen Marke sowohl in Radio, TV als auch online mehr "Orientierung und Heimat“ geben, hiess es von Seiten SRF am Medienfrühstück.

Auch online will SRF künftig viel stärker und gebündelter präsent sein. So vermittelt die neue Website etwa die verschiedenen Radio- und TV-Beiträge in Zukunft themenorientierter und wenn immer möglich trimedial. Auf der Plattform sollen Nutzer schnell und einfach Zugang zu einem umfassenden, multimedialen Informationspaket erhalten. Diese Internet-Offensive (persoenlich.com berichtete) sorgte in den letzten beiden Jahren seitens der Verleger für Unmut und Diskussionen. Sie sehen im neuen Online-Angebot des öffentlichen Rundfunks eine bedrohliche Konkurrenz.

Offensichtlich um Beschwichtigung bemüht, betonte Hansruedi Schoch, Leiter der Abteilung Programme, während der Präsentation mehrmals, dass SRF sich online weiterhin auf seine Kernkompetenzen Audio und Video konzentrieren werde. Auf die Frage eines Journalisten, wie viele Zeichen die Texte maximal umfassen dürfen, konnte Schoch keine klare Antwort geben. Mit Ausnahme dieser Frage gab es seitens der anwesenden Journalisten, den Vertretern der Verlagshäuser, erstaunlicherweise kaum kritische Bemerkungen.

An der Präsentation wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass das neue SRF-Portal ein "Startpaket" sei und nach seiner Lancierung kein abgeschlossenes Projekt, sondern einen laufenden Prozess darstelle. persoenlich.com fragte Hansruedi Schoch deshalb, ob angesichts der steten Leistungsoptimierung in Zukunft nicht auch schriftliche Beiträge auf srf.ch mehr an Bedeutung gewinnen werden. "Es ist nicht unser Ziel, das Textangebot auszubauen", so Schoch. "Wir sind keine Zeitung und möchten dies auch nicht werden."

Text: Claudia Thöny



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