Paid Content kommt ins Rollen

Zeitungen - Variety und Times Online starten mit Bezahlinhalten.

Das von Zeitungsverlegern diskutierte Thema Paid Content nimmt spürbar an Fahrt auf. Ausgehend von Medienriesen wie Rupert Murdochs News Corp. - Bezahlinhalte-Befürworter der ersten Stunde - springen nun nach und nach mehr Zeitungen und Magazine auf den Zug auf. Aktuell haben die Hollywood-Publikation Variety sowie Times Online - dem Medienkonglomerat News Corp. zugehörig - etwa zeitgleich bekannt gegeben, künftig Geld für Content auf ihren Webseiten zu verlangen.

Laut einer Befragung in Großbritannien sprechen sich dort 70 Prozent der Verlage für Paid Content aus, in Deutschland treiben Verlage wie Axel Springer die Diskussion voran. Dem gegenüber stehen laut Umfragen allerdings nur geringe Prozentsätze an Lesern, die sich bereit erklären, für Online-Nachrichten Geld auszugeben. Einer Untersuchung von Harris Interactive zufolge sind gar nur fünf Prozent der Webnutzer demgegenüber aufgeschlossen.

Das Branchenblatt Variety führt Paid Content nicht neu ein, sondern kehrt zu seinem alten Modell zurück. Denn bis Herbst 2006 waren nahezu alle Inhalte auf der Webseite zahlenden Abonnenten vorbehalten. Danach hatte Variety die Seite geöffnet, um den Traffic zu steigern, allerdings wirkte sich das nicht wie gewünscht auf die Werbeeinnahmen aus. Nun will sich das Blatt über eine Testphase wieder dem Paid Content nähern. Dabei soll zunächst jedem zehnten Seitenbesucher per Zufallsprinzip die Frage gestellt werden, ob die Bereitschaft besteht, für Inhalte zu zahlen. Danach soll das Nutzerverhalten in einer Beta-Phase gemessen und letztlich die Zahlungspflicht für alle Leser eingeführt werden, berichtet das Wall Street Journal.

Times Online will sein Bezahlgeschäft im Frühjahr 2010 starten. Zuvor soll die Webseite noch einem Relaunch unterzogen werden. Noch ist nicht klar, ob die Zeitung für den Gesamt-Content Geld verlangen wird oder einzelne Bereiche weiter frei bleiben. Branchenbeobachter gehen derzeit aber eher von einem Modell aus, bei dem für alles gezahlt werden muss. (pte)