20.12.2012

Israel

Palästinensische Journalisten als Opfer von Luftangriffen

Human Rights Watch erhebt schwere Vorwürfe.

Israels Armee hat laut Human Rights Watch mit Angriffen auf palästinensische Journalisten während der Gaza-Kämpfe im November gegen das Völkerrecht verstossen. Die Menschenrechtsorganisation warf Israel vor, es habe im Gazastreifen Zivilisten und Medieneinrichtungen angegriffen, die nichts mit den Kämpfen zu tun hatten. Bei vier Luftangriffen seien zwei Kameramänner des Hamas-Senders Al-Aksa-TV getötet und zehn Medienmitarbeiter verletzt worden, heisst es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht weiter. Vier Medienbüros seien stark beschädigt worden. Bei einem der Angriffe sei auch ein zweijähriger Junge ums Leben gekommen.

Die israelische Armee erwiderte, sie halte sich an das Kriegsvölkerrecht, "obwohl die Terrororganisationen im Gazastreifen immer wieder absichtlich dagegen verstossen". Man prüfe gegenwärtig noch die Vorfälle, auf die sich die Menschenrechtsgruppe bezieht. Die Armee hatte zuvor angegeben, die betroffenen Journalisten seien Mitglieder radikaler Palästinenserorganisationen gewesen. "Nur weil Israel sagt, dass ein Journalist ein Kämpfer war oder ein TV-Sender ein Kommandozentrum, muss dies nicht stimmen", sagte Sarah Leah Whitson, die bei Human Rights Watch für den Nahen osten zuständig ist. Auch wenn Journalisten und Medien die im Gazastreifen herrschende Hamas unterstützten, seien sie deshalb noch keine legitimen militärischen Ziele, sagte sie. (sda)


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