Papierfabrik Landqart an US-Gruppe Mercer verkauft

Sihl-Gruppe - Entschuldung der Sihl-Bilanz auf konsolidierter Basis.

Die angeschlagene Zürcher Spezialpapier-Gruppe Sihl hat einen Käufer für ihre Papierfabrik Landqart gefunden: Sie wird ab sofort zu 100 Prozent von der amerikanischen Mercer International mit Sitz in Zürich übernommen. Rein rechnerisch belaufe sich der Kaufpreis auf schuldenfreier Basis auf rund 20 Mio. Franken, teilte die Sihl-Gruppe am Freitag mit. Konkret übernehme Mercer aber in erster Linie Schulden der Sihl und zahle nur einen kleinen Cash-Betrag, erklärte Sihl-Verwaltungsratspräsident Melk Lehner auf Anfrage. Dies führe zu einer entsprechenden Entschuldung der Sihl-Bilanz auf konsolidierter Basis. Damit sinke die Nettoverschuldung der Sihl-Gruppe per Ende 2001 leicht unter das zur Jahresmitte erreichte Niveau von 124 Mio. Franken.

Kein Abbau von Arbeitsplätzen

Die Landqart, die Spezialpapiere wie Banknoten, Checks, Pässe, Visa oder Tickets herstellt, stand seit mehreren Jahren auf der Verkaufsliste der Sihl-Gruppe. Sie schreibt mit 230 Beschäftigten einen Umsatz von 60 Mio. Franken. Im letzten Jahr erlitt sie einen Verlust von 9 Mio. Franken. Alle 230 Mitarbeitenden der Landqart würden von der neuen Besitzerin übernommen, sagte Lehner weiter. Mercer International werde das Sicherheits- und Spezialpapiergeschäft unter Führung des bisherigen Firmenchefs Alfred Rutz verstärkt vorantreiben und die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen, heisst es in der Mitteilung. In den nächsten Jahren sollen am Standort in Landquart Investitionen in Millionenhöhe erfolgen. Zusätzlich profitiere Landqart in Zukunft von der Infrastruktur, den Beziehungen und den Synergien des neuen Konzerns, insbesondere im Bereich der Zellstoffbeschaffung.

Hoher Verlust von Sihl im zweiten Halbjahr

Im Kerngeschäft erwarte die Sihl-Gruppe einen hohen operativen Verlust im zweiten Halbjahr 2001. Grund seien die äusserst schwierige Marktsituation und weitere Restrukturierungsaufwendungen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Sihl-Gruppe auf ihrem Weg von der traditionellen Papierfabrik zum Hightech-Unternehmen für Spezialpapiere und Folien einen herben Rückschlag einstecken müssen. Mit einem "Riesenverlust" von 22.4 Mio. Franken hat das Unternehmen eines der schlechtesten Resultate seiner Geschichte erlebt.

Auch bei Mercer Umsatzrückgang