Papst erzwingt einstweilige Verfügung

Titanic - Titelbild verletze Persönlichkeitsrechte.

Papst Benedikt XVI. hat eine einstweilige Verfügung gegen das deutsche Satiremagazin "Titanic" erzwungen. Das Blatt darf das katholische Kirchenoberhaupt nicht mehr - wie in der aktuellen Ausgabe - mit einem grossen gelben Fleck vorne und einem braunen Fleck hinten auf der Soutane auf Titelbild und Rückseite zeigen.

Wie eine Sprecherin des Landgerichtes Hamburg am Dienstag sagte, darf "Titanic" unter Androhung eines Zwangsgeldes die Hefte nicht weiter verbreiten und die Bilder nicht im Internet veröffentlichen. Allerdings müssten die bereits an den Handel verschickten Ausgaben nicht zurückgerufen werden.

"Titanic" nimmt das Kirchenoberhaupt wegen der sogenannten Vatileaks-Affäre auf's Korn, die sich um die Veröffentlichung teils brisanter interner Papiere des Vatikans dreht.

Auf dem Titelbild sieht man den Papst, auf dessen Soutane ein grosser gelber Fleck ist. Auf dem Titel heisst es dazu in Anspielung an den "Vatileaks"- Skandal um den Verrat von Interna aus dem Vatikan: "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!".

Zudem wird auf der Rückseite des Heftes der Papst von hinten mit einem grossen braunen Fleck und dem Kommentar "Noch eine undichte Stelle gefunden!" gezeigt. Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp sagte, dadurch werde Benedikt XVI. in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Die "Titanic" überschreite "jedes Mass an Zumutbarem". Das habe bereits eine rechtliche Prüfung bestätigt.

Aus diesem Grund sei das Magazin aufgefordert worden, eine Unterlassungsverpflichtungserklärung abzugeben. Die von "Titanic" beauftragte Anwältin habe sich bereits gemeldet und eine Stellungnahme angekündigt. Das Magazin reagierte erwartungsgemäss ironisch. "Benedikt muss uns missverstanden haben", erklärte Chefredaktor Leo Fischer in einer Medienmitteilung. Der Titel zeige einen Papst, "der nach der Aufklärung der Spitzelaffäre ('Vatileaks') feiert und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet" habe. "Es ist allgemein bekannt, dass der Papst ein grosser Freund des Erfrischungsgetränks 'Fanta' ist."

Man hoffe nun auf ein persönliches Gespräch mit dem Heiligen Vater, "um das Missverständnis auszuräumen", hiess es weiter. Die Unterlassungserklärung werde man einstweilen nicht unterzeichnen. Kopp sagte hierzu, es sei noch offen, wie es nun weitergehe. (sda)