Von den beiden vor neun Monaten von Taliban in Afghanistan entführten französischen Journalisten gibt es ein neues Lebenszeichen. "Wir haben mit ihnen telefonieren können", sagte der französische Armeechef Edouard Guillaud am Freitag dem Sender Europe 1. Es gebe einen Kontakt zu den Entführern, über den es mehrfach Lebenszeichen der beiden Reporter Hervé Ghesquière und Stéphane Taponier gegeben habe. "Sie kommen mit der Situation ganz gut klar", sagte er.
Die Verhandlungen mit den Entführern gingen voran. Die Taliban hätten derzeit eine lange Liste an Forderungen, sowohl Geld als auch die Freilassung von Häftlingen oder den Rückzug aus bestimmten Gebieten. Es bestehe aber dennoch Hoffnung, dass beide vor Weihnachten freikämen, sagte der Armeechef.
Auf eigene Faust unterwegs
Die kriegserfahrenen Journalisten des TV-Senders France-3, ein Reporter und ein Kameramann, waren mit ihrem Fahrer und ihrem Übersetzer am 30. Dezember nordöstlich von Kabul verschleppt worden. Sie wollten unabhängig vom französischen Militär in einer als sicher geltenden Gegend recherchieren. Die Pariser Regierung zeigte sich anfangs verärgert über das "unverantwortliche" Vorgehen der Journalisten und löste damit Kritik aus.
Luftschlag gegen Hakkani-Clan
Der Internationalen Schutztruppe ISAF gelang nach eigenen Angaben vom Freitag ein Schlag gegen den mit den Taliban verbündeten Hakkani-Clan. Bei einem Luftschlag östlich der afghanischen Hauptstadt Kabul seien am Donnerstag sechs Aufständische getötet worden. Darunter habe sich ein Anführer des Hakkani-Clans befunden. Kari Mansur habe seine Instruktionen direkt von der Hakkani-Führung in Pakistan erhalten und Anschläge in Kabul geplant, erklärte die ISAF am Freitag. Berichte über zivile Opfer des Luftangriffs gebe es nicht.
Der Hakkani-Clan ist eine autonome extremistische Gruppierung, die loyal zum afghanischen Taliban-Führer Mullah Omar stehen und Verbindungen zu Al-Kaida haben soll. Die USA erachten die aus Pakistan heraus operierende Gruppe als eine der grössten Bedrohungen für ihren Einsatz in Afghanistan. Anführer sind nach US-Angaben der ehemalige Taliban-Minister Dschalaluddin Hakkani und dessen Sohn Siradschuddin. (sda)