Die Kritik an Meinungsforscher Claude Longchamp wächst. Kommende Woche werden sich die grossen Parteien laut einem Bericht der "SonntagsZeitung" in einem gemeinsamen Schreiben an die SRG wenden. Sie wollen prüfen lassen, ob Longchamp zur Veröffentlichung von "Rohdaten und Methodik" seiner Abstimmungs-Umfragen gezwungen werden sollte. Anlass ist die misslungene Minarett-Umfrage des Meinungsforschers. Auch eine aktuelle Befragung zur Pensionskassen-Abstimmung wirft ein schiefes Licht auf Longchamps Firma GfS Bern.
Bei einem Befragungs-Interview erläuterte eine GfS-Mitarbeiterin die Folgen einer Senkung des Umwandlungssatzes: Die Renten würden zwar "kleiner", dafür aber "länger" ausbezahlt. Dies ist ein offensichtlicher Unsinn, denn die Dauer der Pensionskassen-Bezüge hängt nicht vom Umwandlungssatz ab, die Rente wird bis ans Lebensende ausbezahlt. "Mit meinem Hinweis auf den sachlichen Fehler konnte die Frau am Telefon nichts anfangen", erzählt der Befragte.